Schlagwort-Archive: Heilige

Hl. Katharina von Alexandria

Heute ist, nachdem die hl. Katharina zwischendurch mal ganz aus dem Generalkalender gestrichen war, der nichtgebotene Gedenktag der hl. Katharina von Alexandria. Von wegen vermutlich nur legendär- irgendwer fühlt sich im Himmel offenbar angesprochen, wenn man sie um etwas bittet, und sie ist meine Firmpatronin. Sie war mal eine sehr beliebte Heilige, heute denken bei „hl. Katharina“ die meisten wohl eher an die hl. Katharina von Siena.

„Meine“ Katharina hat unheimlich viele Patronate, was ihre (frühere) Beliebtheit wiederspiegelt. Unter anderem ist sie auch die Patronin der Heiratswilligen…wenn ich irgendwann in den nächsten paar…na gut, Jahren, meinen künftigen Ehemann treffen würde, wäre das schon super.

Es gibt ein paar Wetterregeln, die möchte ich jetzt aber nicht zitieren, weil, wenn die stimmen sollten, wäre das, wenn ich einen Blick aus dem Fenster werfe, nicht so toll. Aber die wurden vermutlich nicht im dauerverregneten Münsterland entwickelt…

In der Sidebar gibts ein Bild von ihr, das ich sehr schön finde. Und im Dom setze ich mich gerne in die Bänke, die unter der Katharinenfigur links stehen.

Ihr merkt schon, ich bin heute nicht wirklich in der Lage, etwas substantielles zu schreiben. Aber kurz dran erinnern wollte ich, bevor der Tag rum ist, dann doch.

Heilige Katharina, bitte für uns.

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16. Oktober- hl. Hedwig von Schlesien

Heute ist der (nicht gebotene) Gedenktag der hl. Hedwig von Schlesien, auch bekannt als hl. Hedwig von Andechs. In Berlin, glaube ich, ein Fest.

Geboren wurde sie 1174 in Andechs, Eltern waren Graf Berthold IV.  und seine Frau Agnes. In der Verwandtschaft findet sich einiges an Prominenz, ein Bruder war Bischof, und ihre Schwester, Gertrud, wurde Mutter der hl. Elisabeth.

Die kleine Hedwig wurde im Benediktinerinnenkloster Kitzingen erzogen (liegt ein ganzes Stück von Andechs entfernt) und hat sehr, sehr jung geheiratet: mit zwölf Jahren wurde sie mit Heinrich I. von Schlesien verheiratet, der 1233 auch Herzog von Polen wurde. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor, von denen die meisten weit vor ihrer Mutter starben. Zwei Jahre vor ihrem eigenen Tod musste sie noch den Tod ihres Sohnes, Heinrich des Frommen, der in einer Schlacht gegen die Mongolen fiel, verkraften. Mit Ausnahme von Gertrud, die ihre Mutter um 25 Jahre  überlebte und Äbtissin des von ihrer Mutter gegründeten Klosters war, und Heinrichs, starben alle Kinder, bevor sie (nach heutigen Maßstäben) das Erwachsenenalter erreichten.

Ihr Mann baute das Land aus und holte deutsche Siedler nach Schlesien, Hedwig kümmerte sich um die Förderung des Glaubens, half bei der Niederlassung von Orden und sorgte sich um die Armen. 1201 gründete sie das Zisterzienserinnenkloster Trebnitz. Nach dem Tod ihres Mannes 1238 lebte sie auch dort.  Hedwig starb 1243. Bereits 1267 wurde sie heiliggesprochen, von Papst Clemens IV. Man erzählt sich, sie hätte stehts eine Marienstatue bei sich getragen, um sie andächtig betrachten zu können. Richtig berühmt ist sie aber für die von ihr getragenen Schuhe-  in der Hand, nicht an den Füßen. Sie hatte sich angewöhnt, barfuß zu gehen, sommers wie winters. Ihrem Beichtvater ging das zu weit, er forderte sie auf, Schuhe zu tragen. Naja. Man muss Wünsche schon eindeutig formulieren 🙂 Deshalb wird sie oft mit Schuhen in der Hand dargestellt. Oder mit einem Kirchenmodell. Oder mit beidem.

Bei Braut des Lammes gibts ein Rezept für Hedwigssohlen. Klingt sehr lecker. Werd ich nur in meiner Miniminizwergenkochecke nicht ausprobieren können.

Und was hat das jetzt alles mit mir zu tun? Naja, heute ist mein Namenstag. Mit dem Leben der hl. Hedwig verbindet mich sonst nicht viel. Wie viele Familien in Deutschland haben wir wohl unsere Wurzeln irgendwo im Osten. Danzig, das Grenzgebiet Österreich/Slowakei, eventuell irgendwo in Böhmen, aber das ist schon ungesichert. Schlesien…wüsste ich jetzt nicht, ausschließen kann man nichts. Allerdings hat die Hedwigskathedrale in Berlin eine prominente Rolle in meinem Leben gespielt. Da war nämlich, bei meiner Konversion, die Sakramentszulassung und ein netter Empfang mit dem Kardinal.

Als ich getauft wurde, was ja eine evangelische Taufe war, hatte niemand die hl. Hedwig auf dem Schirm. Ich wage einfach mal trotzdem die Behauptung, dass sie für mich zuständig ist.  Also: hl. Hedwig, bitte für mich!

P.S.: Das ökumenische Heiligenlexikon kennt eine Wetterregel, die lautet: An Hedwig bricht der Wetterlauf, dann hört das gute Wetter auf. Mal davon abgesehen, dass es schon die letzen Tage nicht so prall war: stimmt. Draußen ist es kalt, grau, verregnet, windig, bäh. Ich hätt jetzt gern ne Schachtel voller Hedwigssohlen und jemanden, der mir nen Earl Grey macht.

Ok ok. Ich geh nachher zum Edeka, kauf Kekse und mach mir den Earl Grey selbst.

Und dann lese ich vielleicht noch ein bißchen was über die Hl. Hedwig. Ich hab so ein entzückendes, uraltes Buch vom Flohmarkt, was vor vielen Jahrzehnten mal ein Bub zur ersten hl. Kommunion geschenkt bekam… Zu jedem Tag gibts nen Heiligen. Und ich hab noch einen Roman über die hl. Hedwig, da könnte ich auch nochmal reinschauen.

Heilige des Tages- Ankündigung und: hl. Rita von Cascia

Ab und an werde ich hier kurz daran erinnern, wessen Gedenktag an einem gegebenen Tag ist.  Vielleicht schreib ich manchmal bißchen mehr zu einem Heiligen oder einer Heiligen, manchmal gibts nur ein oder zwei oder drei Bildchen. Und ja, ich mag Andachtsbildchen und Darstellungen, die für die meisten einfach nur Kitsch sind. In Maßen zumindest.

Heute: die hl. Rita von Cascia.

Hab sie über die Jahre ein bißchen vergessen, damit hatte ich durchaus mal einen Draht zu ihr. So mit 12 oder 13, also noch vor der Konfirmation, wollte ich ja eigentlich schon den Schritt der Konversion tun. Ich hab einen Brief an meine Eltern geschrieben und das ganze zu erklären versucht- und mich dann doch nicht getraut. Den Brief habe ich leider nicht mehr. Was ich noch weiß: mich hat damals die hl. Rita ziemlich fasziniert. Schon als Kind war sie sehr fromm, hat, ohne das Wissen ihrer Eltern zum Teil recht extreme Bußübungen veranstaltet (das ist jetzt nicht so meins), und wollte dann unbedingt ins Kloster. Ihre Eltern fanden das nicht so gut und haben sie dann relativ zügig verheiratet. Der Mann stellte sich leider als gewalttätiger und beleidigender Zeitgenosse heraus, die hl. Rita hat Vermittlungsversuche ebenso abgelehnt wie sie es abgelehnt hat, sich auf sein Niveau zu begeben, und nach 18 Jahren hat ihr Mann sich dann zum Guten verändert und sie um Verzeihung gebeten, für all das Schreckliche, daß er ihr angetan hat. Das ungewohnte Glück währte dann nicht lange, der Mann wurde ermordet. Rita wollte allerdings nicht, daß es noch mehr Tote gibt, und gewährte dem Mörder Asyl. Als ihre Söhne Blutrache schworen, hat sie darum gebetet, daß der Herr sie lieber zu sich holen möge, bevor sie die Todsünde eines Mordes begingen. Das ist dann auch so passiert. Sie wollte dann ins Kloster, wurde mehrmals abgelehnt, da sie Witwe und ganz offensichtlich keine Jungfrau war, durfte dann letztlich nach einer Vision doch, war auch im Kloster sehr der Buße zugetan, kümmerte sich um die Krankenpflege und die Betreuung Sterbender und wurde von einem Dorn der Dornenkrone stigmatisiert. Vor ihrem Tod wollte sie nochmal eine Rose aus dem Garten ihrer Eltern- mitten im Winter- und es wurde tatsächlich eine Rose gefunden. Daher kommen die Rosen der hl. Rita. Sie starb, und ihr Leichnam blieb unverwest.

Also eine Heiligenlegende mit allem drum und dran, als ich dann letztlich 10 Jahre später konvertierte, war sie nicht mehr in der engere Auswahl, aus verschiedenen Gründen, aber eine gewisse Sympathie hat sich gehalten. Außerdem hat sie ein interessantes Patronat: sie wird gerne in „aussichtslosen Anliegen“ angerufen, und besonders in Italien sehr verehrt (und in Italien hab ich mich ja gerade frisch verliebt. Nicht in einen Italiener, sondern in das Land).

Eine weniger dramatische Version gibts übrigens hier, auf den Seiten der Ritaschwestern. Gefällt mir natürlich besser, und realistischer klingt das auch.  Aber welche Version auch immer stimmt: eine wichtige und große Heilige ist sie allemal.

Dem Aufdruck auf dieser Karte kann man sich nur anschließen: Heilige Rita, du Helferin in verzweifelten, aussichtslosen Anliegen, bitte für uns!