Diverses und wichtiges

So. Zunächst einmal: was das „täglich ein bißchen Theologie des Leibes“ angeht- da war ich wohl etwas überambitioniert. Ich lasse mir was einfallen, das Thema will ich nicht fallenlassen.

Dann noch zwei wichtige Hinweise:  zum einen gibt es ein Youth Statement vom Catholic Family and Human Rights Institute, das der UN übermittelt werden soll. Den Hinweis darauf hab ich aus den CDL-Newsletter, da stand folgendes:

Radikale Jugendliche präsentierten am 26.08.2010 auf der Weltjugendkonferenz in León, Mexiko, ein  Dokument für sexuelle Liberalisierung, Neudefinition der Geschlechter und Sicherstellung des Zugangs zu Abtreibung.Eine Gruppe junger Menschen, die sich „International Youth Coalition“ (Internationale Jugendkoalition) nennt, verfasste und präsentierte auf der Weltjugendkonferenz ein (gutes) Dokument, das christliche Werte vertritt. Ein Link dazu ist unten zu finden.Wir bitten Sie darum, das Dokument zu lesen und wenn Sie damit übereinstimmen, es zu unterzeichnen. Die Petition wird in den nächsten Wochen der UNO vorgelegt.

Hier (http://www.c-fam.org/youth/lid.2/default.asp )können Sie das Dokument und die Petition einsehen und unterzeichnen. Es gibt zwei Dokumente, eins für junge Leute unter 30 Jahren und eins für (auch junge) Leute über 30 Jahren.

Die Angelegenheit ist dringend, deshalb bitten wir Sie, das Dokument zu unterzeichnen und an Familienangehörige, Freunde und Bekannte weiterzuleiten. Wir brauchen innerhalb von drei Wochen 100.000 Unterschriften.

Es ist lebensnotwendig, dass normale Jugendliche in der UNO Gehör finden.

Sehe ich auch so, also bitte durchlesen und unterschreiben. Wer unter 30 ist direkt das Youth Statement, wer über 30 ist die Unterstützungserklärung.
Einfach hier auf das Bild klicken, dann kommt ihr auf die richtige Seite.  Danke!
Außerdem gibt es nur noch kurze Zeit die Gelegenheit, sich an der Abstimmung zum  Schwester-Robusta-Preis der deutschsprachigen Blogoezese 2010 zu beteiligen. Also los! Auch hier: draufklicken!
Tja, ansonsten habe ich irgendwie zur Zeit wieder einen leichten Hänger, was an der erneuten Zunahme von Schlafschwierigkeiten liegen dürfte, die ja eigentlich schon fast weg waren. Kann mich gerade zu überhaupt nichts aufraffen. Naja, fast nichts, außer mal was kurzes zu posten, aber zu einem richtigen Blog-Artikel reichts noch nicht. Ich hoffe sehr, daß sich das bald ändert.

Werbung

Kurzer Schnipsel: romantische Liebe als Religionsersatz

Darüber bin ich vorhin gestolpert.

Ich glaube, daß damit ein Teil der heutigen Problematik erfasst ist.  Ich halte das aber nur für die eine Seite der Medaille. Muß ich aber noch genauer drüber nachdenken.  Das ist ein Schnipsel aus einem Gespräch mit Philosoph und Autor Richard David Precht im WDR.  Zu kurz um wirklich tiefer gehende Erkenntnisse zu bringen, aber zu interessant, um es zu übergehen.

Direkt hier einbinden geht (glaube ich) nicht, weil es kein youtube-, googlevideo- oder dailymotion-Video ist.

Theologie des Leibes 1

Wie angekündigt, aber mit einer Woche Verspätung, beginne ich nun mit der Serie zur Theologie des Leibes. Es geht dabei um die kurzen Betrachtungen, die Johannes Paul II zu Beginn seines Pontifikats bei den Mittwochsaudienzen hielt. Dieser Zyklus begann am 5. September 1979 und dauerte, mit längeren Unterbrechungen, bis zum 28. November 1984. Weitere Informationen werde ich nach und nach geben, ich möchte jetzt niemanden gleich mit einem Aufsatz zum Thema verschrecken.

Nettes Zitat zu Beginn, allerdings auf Englisch, von George Weigel:

[The Theology of the Body is] a kind of theological time bomb set to go off with dramatic consequences, sometime in the third millennium of the Church.

Na dann wollen wir mal. Zum Vorgehen: Die Katechesen liegen mir auf Englisch vor. Ich fasse auf Deutsch zusammen. Vielleicht kommentiere ich mal was, aber ich bin ja auch Anfänger, also werde ich damit sehr sparsam umgehen. Per Kommentarfunktion kann natürlich gerne diskutiert oder irgendwas gefragt werden. Seid nachsichtig, ich fang einfach mal an, ohne genau zu wissen, wie ich das sinnvollerweise aufziehen sollte, und ich taste mich selbst erst ans Thema ran, bin also keine Expertin. Nichtmal ansatzweise. Wenn ich manchmal ungeschickt oder vielleicht zu flappsig formuliere, verzeiht mir bitte auch dies.

Danke!

Theologie des Leibes 1

5. September 1979

1. Der Heilige Vater weißt zunächst auf die bald stattfindende ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode hin (5. Ordentliche Generalversammlung, 26. September – 25. Oktober 1980: „Die christliche Familie“ mit dem nachsynodalen Apostolischen Schreiben Familiaris consortio (22. November 1981).) Die Vorbereitungen dafür laufen. Er möchte die Aufmerksamkeit richten auf die Familie, diese Gemeinschaft des menschlichen und christlichen Lebens, die schon am Anfang fundamental war (gut, hier holpern meine Übersetzungskünste ein wenig).  Johannes Paul II weist hier auf den Dialog zwischen Jesus und den Pharisäern zum Thema Ehescheidung hin. Für die Theologie des Leibes einer der zentralen Texte. Schauen wir uns die Stelle bei Matthäus mal an (Matt 19, 3-6)

3 Da kamen Pharisäer zu ihm, die ihm eine Falle stellen wollten, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen?
4 Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat
5 und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein?
6 Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.
7 Da sagten sie zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, dass man (der Frau) eine Scheidungsurkunde geben muss, wenn man sich trennen will?
8 Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so.

Johannes Paul II fragt, warum der Herr dieses am Anfang so betont (betont, weil es zweimal vorkommt, am Anfang und am Ende Seiner Antwort).
2. Dieser doppelte Hinweis auf den Anfang schlägt den Bogen zum Buch Genesis. Zunächst ist aber wichtig, daß Christus das Problem auf einer anderen Ebene betrachtet. Er will sich nicht in juristische oder kasuistische Spitzfindigkeiten verwickeln lassen. Er bezieht sich auf die Hl. Schrift, um etwas grundsätzliches klarzumachen.
Hier die Verse auf die Er sich hier bezieht.
Da ist erstmal 1 Mose 1, 27:
27 Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn.
Als Mann und Frau schuf er sie.
Und 1 Mose 2, 24:
24 Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch.

Durch die Bezugnahme des Herrn auf diese Stelle und die Betonung wird der normative Anspruch verdeutlicht. Besonders dadurch, dass Er hinzufügt:  6 Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.
Es ist nicht nur eine rein faktische Schilderung. Von Anfang an stehen die Einheit und die Unauflöslichkeit der Ehe zwischen Mann und Frau als Forderung im Raum. Das macht der Herr hier sehr deutlich.
4. Man könnte jetzt denken, der Fall sei erledigt: Christus hat den normativen Anspruch bestätigt und bekräftigt beziehungsweise klargestellt. Aber Johannes Paul II stellt an dieser Stelle fest, dass wir sozusagen erst an der Oberfläche gekratzt haben. Wenn Christus dieses am Anfang so betont, ist damit doch auch nochmal besonders auf den Umstand hingewiesen, dass der Mensch von Gott als Mann und Frau erschaffen wurde. Auch das muss näher beleuchtet werden, wenn man den normativen Gehalt wirklich richtig verstehen will. Da geht es uns nicht anders als den Menschen damals, die dem Herrn zugehört haben.
5. Durch diese intensive Beschäftigung mit diesem Abschnitt aus dem Matthäusevangelium ( Matt 19, 3-8)  soll sozusagen auch die Arbeit der Synode von weitem begleitet werden. Klar, wenn es um Familie geht, muss man sich auch und besonders mit der Ehe beschäftigen. Und da geht es hier nicht um irgendwelchen Kleinkram, sondern um die ganz großen Fragen.

16. Oktober- hl. Hedwig von Schlesien

Heute ist der (nicht gebotene) Gedenktag der hl. Hedwig von Schlesien, auch bekannt als hl. Hedwig von Andechs. In Berlin, glaube ich, ein Fest.

Geboren wurde sie 1174 in Andechs, Eltern waren Graf Berthold IV.  und seine Frau Agnes. In der Verwandtschaft findet sich einiges an Prominenz, ein Bruder war Bischof, und ihre Schwester, Gertrud, wurde Mutter der hl. Elisabeth.

Die kleine Hedwig wurde im Benediktinerinnenkloster Kitzingen erzogen (liegt ein ganzes Stück von Andechs entfernt) und hat sehr, sehr jung geheiratet: mit zwölf Jahren wurde sie mit Heinrich I. von Schlesien verheiratet, der 1233 auch Herzog von Polen wurde. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor, von denen die meisten weit vor ihrer Mutter starben. Zwei Jahre vor ihrem eigenen Tod musste sie noch den Tod ihres Sohnes, Heinrich des Frommen, der in einer Schlacht gegen die Mongolen fiel, verkraften. Mit Ausnahme von Gertrud, die ihre Mutter um 25 Jahre  überlebte und Äbtissin des von ihrer Mutter gegründeten Klosters war, und Heinrichs, starben alle Kinder, bevor sie (nach heutigen Maßstäben) das Erwachsenenalter erreichten.

Ihr Mann baute das Land aus und holte deutsche Siedler nach Schlesien, Hedwig kümmerte sich um die Förderung des Glaubens, half bei der Niederlassung von Orden und sorgte sich um die Armen. 1201 gründete sie das Zisterzienserinnenkloster Trebnitz. Nach dem Tod ihres Mannes 1238 lebte sie auch dort.  Hedwig starb 1243. Bereits 1267 wurde sie heiliggesprochen, von Papst Clemens IV. Man erzählt sich, sie hätte stehts eine Marienstatue bei sich getragen, um sie andächtig betrachten zu können. Richtig berühmt ist sie aber für die von ihr getragenen Schuhe-  in der Hand, nicht an den Füßen. Sie hatte sich angewöhnt, barfuß zu gehen, sommers wie winters. Ihrem Beichtvater ging das zu weit, er forderte sie auf, Schuhe zu tragen. Naja. Man muss Wünsche schon eindeutig formulieren 🙂 Deshalb wird sie oft mit Schuhen in der Hand dargestellt. Oder mit einem Kirchenmodell. Oder mit beidem.

Bei Braut des Lammes gibts ein Rezept für Hedwigssohlen. Klingt sehr lecker. Werd ich nur in meiner Miniminizwergenkochecke nicht ausprobieren können.

Und was hat das jetzt alles mit mir zu tun? Naja, heute ist mein Namenstag. Mit dem Leben der hl. Hedwig verbindet mich sonst nicht viel. Wie viele Familien in Deutschland haben wir wohl unsere Wurzeln irgendwo im Osten. Danzig, das Grenzgebiet Österreich/Slowakei, eventuell irgendwo in Böhmen, aber das ist schon ungesichert. Schlesien…wüsste ich jetzt nicht, ausschließen kann man nichts. Allerdings hat die Hedwigskathedrale in Berlin eine prominente Rolle in meinem Leben gespielt. Da war nämlich, bei meiner Konversion, die Sakramentszulassung und ein netter Empfang mit dem Kardinal.

Als ich getauft wurde, was ja eine evangelische Taufe war, hatte niemand die hl. Hedwig auf dem Schirm. Ich wage einfach mal trotzdem die Behauptung, dass sie für mich zuständig ist.  Also: hl. Hedwig, bitte für mich!

P.S.: Das ökumenische Heiligenlexikon kennt eine Wetterregel, die lautet: An Hedwig bricht der Wetterlauf, dann hört das gute Wetter auf. Mal davon abgesehen, dass es schon die letzen Tage nicht so prall war: stimmt. Draußen ist es kalt, grau, verregnet, windig, bäh. Ich hätt jetzt gern ne Schachtel voller Hedwigssohlen und jemanden, der mir nen Earl Grey macht.

Ok ok. Ich geh nachher zum Edeka, kauf Kekse und mach mir den Earl Grey selbst.

Und dann lese ich vielleicht noch ein bißchen was über die Hl. Hedwig. Ich hab so ein entzückendes, uraltes Buch vom Flohmarkt, was vor vielen Jahrzehnten mal ein Bub zur ersten hl. Kommunion geschenkt bekam… Zu jedem Tag gibts nen Heiligen. Und ich hab noch einen Roman über die hl. Hedwig, da könnte ich auch nochmal reinschauen.

Schlaflos in Münster…und ein Plan

Wenn ich aufgrund der im vorigen Artikel angesprochenen Medikamente mitten in der Nacht aufwache und partout nicht mehr schlafen kann, kann ich auch was vernünftiges machen, statt wachzuliegen und mich zu ärgern. Vielleicht schlafe ich dannach sogar nochmal ein.

Also, was ich schon gestern gemacht habe: neues Blogdesign gewählt. Gefällt mir, ist so schön gradlinig. Das alte hat mir eigentlich auch gefallen, aber ich wollte mal was neues probieren. Problem: Der Header scheint ein bißchen kleiner zu sein, jedenfalls fiel mir da zu viel vom Headerbild weg (das war dieses schöne Bild von Nesterov, das die Verkündigung zeigt, mit viel blau- sowohl Marias Gewand als auch die Flügel des Engels). Also hab ich ein neues Headerbild gesucht und mit Fra Angelico auch gefunden.

 

So. Und wie ich mich jetzt schlaflos auf meinem Lager wälzte, bevor ich beschloß, dann halt wirklich in den wachen Betriebsmodus zu wechseln, habe ich folgendes beschlossen:  grundsätzlich wollte ich mir mal angewöhnen, jeden Tag sowohl in der Hl. Schrift, besonders die Evangelien, zu lesen, als auch andere geistliche Lektüre.  So in etwa eine Viertelstunde am Tag, plus, wegen der „höheren Dichte“, ein paar Minuten aus dem Neuen Testament.

Während ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob ich dafür einfach das Evangelium vom Tage nehme, was sich ja irgendwie anbietet, oder einem wie auch immer gearteten Alternativplan folge, hab ich ein Langzeitprojekt für die geistliche Lektüre gefunden. Versuche, das in einem Rutsch zu lesen, sind bisher immer gescheitert, und das ist schade. Der Plan ist: jeden Tag eine der Mittwochskatechesen von Johannes Paul II zu lesen, die sich mit der Theologie des Leibes beschäftigen. Womöglich mit Abweichungen an Sonntagen, hohen Festen oder in den besonders geprägten Zeiten, aber das wird  sich zeigen. Ich glaube, für den Anfang bleibts bei täglich außer am Sonntag, dafür suche ich mir was anderes, um ein bißchen Abwechslung zu haben und das Hirn mal auslüften zu können. Ich habe die Katechesen auf Englisch, aber egal in welcher Sprache- das ist ganz schön anspruchsvoll. Hmm. Eventuell noch Freitag als Ausnahmetag, werd ich nachher mal sehen. Ich hoffe ja doch noch auf ein paar Stunden Schlaf. Die Medikamente zeigen ihre Nebenwirkungen. Immerhin fängt das Zeug auch an zu wirken. Antriebssteigerung definitiv in ersten Ansätzen vorhanden, Stimmungsaufhellung noch nicht so.  Bitte weiterhin um Euer Gebet.

Demut…und Depressionen

Demut kann, vielleicht, manchmal einfach bedeuten, daß man sich eingesteht, etwas nicht alleine, nicht einfach so,  zu schaffen.  Auch wenn das bedeutet, das man eben doch langfristig irgendein Medikament nehmen muss, daß einem erstmal Herzrasen, schlaflose Nächte und Übelkeit beschert. Auch, wenn es in unserer Gesellschaft stigmatisierend ist, sich Hilfe zu holen von jemandem, dessen Berufsbezeichnung mit Psy- anfängt, es geht manchmal eben nicht anders.

Man kann sich auch in solchen Situationen vom Glauben tragen lassen. Nicht im Sinne einer Krücke oder einer Art frommer Autosuggestion. Ich glaube, daß der Herr einem gerade in solchen Situationen nah sein will und einen stützt. Und ich weiß, daß es Heilige gibt, die ähnliche Probleme hatten oder wo man das zumindest mal vermuten kann. Das tröstet.

Erstaunlicherweise gibts in Deutschland kaum vernünftige katholische Literatur zu dem Thema, jedenfalls bin ich bisher nicht fündig geworden. Anselm Grün hat natürlich mindestens ein Buch zum Thema Depressionen geschrieben, ich besitze es und habe es gelesen, aber ich fand es nicht unbedingt hilfreich.

Auf dem amerikanischen Buchmarkt gibt es viel mehr, die Qualität kann ich  nicht beurteilen, aber ich werde mal schauen, ob ich mir da nicht ein oder zwei Sachen bestelle.

Auf amerikanischen Seiten habe ich dann auch herausgefunden, daß die hl. Margareta von Cortona mitnichten nur für Büßerinnen (und vermutlich die Stadt Cortona) zuständig ist, sondern auch für Leute mit psychischen Problemen. Das freut mich, weil ich die hl. Margareta von Cortona sowieso mag. Ich glaube, das macht sie jetzt zu einer ziemlich zentralen Heiligen für mich. Deshalb auch ein Bild von ihr:

Hl. Margareta von Cortona

Wenn der eine oder die andere mal für mich ein Gebet sprechen oder ein Kerzlein anzünden würde, wäre das schön. Oder am besten für alle, die unter den verschiedenen Formen von Depressionen leiden. Bei mir ist es ja, Gott sei Dank, relativ milde, wenn auch langandauernd. Vergelt’s Gott!

Hmm. Mit diesem Artikelchen verstosse ich gegen das in Deutschland übliche „darüber spricht man nicht“. Ein bißchen steckt das in mir auch drin, am Anfang rede ich ja ziemlich um den heißen Brei herum, das Wort „Depression“ tauchte erst weit unten auf, bis ich den Titel geändert habe.

So ist das. Es ist einem peinlich, und man versucht es zu verstecken, was bei einer leichten Depression auch ziemlich gut funktioniert. Selbst Eltern müssen  nicht unbedingt mitbekommen, was eigentlich los ist.  Ich weiß, daß man ein gewisses Risiko eingeht, wenn man darüber offen spricht. Im beruflichen Umfeld würde ich das auch nicht tun. Aber es kann helfen, darüber zu sprechen, und ich habe schlicht keine Lust und keine Kraft, 24/7 ein Theaterstück zu spielen, nur damit alle denken, mir ginge es gut. Nein, mir gehts nicht gut. Und es ist befreiend, das so zu sagen.

Express-Messen und schlechte Musik

Gestern, am 27. Sonntag im Jahreskreis, hatte ich eigentlich vor, zur Abwechslung mal die Messe im außerordentlichen Ritus zu besuchen. Der außerordentliche Ritus fasziniert mich, aber so richtig zu Hause fühle ich mich da noch nicht. Wie auch, wenn ich erst 3 oder 4 Messen im außerordentlichen Ritus besucht hab. Diese Messe ist hier ziemlich früh (früh für studentische Verhältnisse), und irgendwie hab ich es dann nicht rechtzeitig aus dem Bett geschafft. Die benachbarte Gemeinde, die sowieso zu liturgischen Extravaganzen neigt, hatte gestern ihre Familienmesse, da bringen mich keine zehn Pferde hin, es sei denn, es gibt sonst gar keine Messe; also blieb noch das Abendprogramm. Ich hab dann noch, nach Tagen zu Hause wegen Krankheit, nen schönen Spaziergang am Seeufer gemacht, mich ins Gras gesetzt und da gebetet, hab mein Rad abgeholt, was weiter stadteinwärts stand, bin zu Starbucks und hab ein Stück Apfelkuchen gegessen und nen Kaffee getrunken und ein wahnsinnig dickes Buch über das 19. Jahrhundert angefangen . Dann bin ich in aller Ruhe zur Kirche, so, daß ich nicht erst auf den letzten Drücker eintreffe.  Ich glaube, diese ganze Tagesplanung ist wesentlich mitverantwortlich für das folgende Disaster. Ich war noch irgendwie eingestellt auf den  außerordentlichen Ritus, auf Ruhe, auf Sonntag, und dann empfand ich die Messe als wahnsinnig gehetzt.

Die Messe war in einer Innenstadtgemeinde, wo man im wesentlichen die Messe so feiert, wie sie gefeiert werden soll (wobei sich mir nicht ganz erschließt, wieso man unbedingt zwei Leute außer dem Priester braucht, um die Kommunion auszuteilen, und ich meine, die sollten eigentlich erst dann an den Altar, wenn der Priester kommuniziert hat).

Aber: wieso kann man nicht mal wenigstens 10 Sekunden Ruhe zulassen, bevor es weitergeht? Man ist die ganze Zeit hektisch am Blättern, kaum ist der letzte Ton eines Liedes verklungen, er hallt noch nach, gehts vorne schon wieder weiter, kaum ist die Lesung vorbei, wird wieder geblättert. Es kann doch nicht so schwer sein, das ganze ein bißchen, nein, nicht nur entspannter, sondern dadurch auch würdiger zu gestalten. Das ist in der Messe gar nicht extremer gewesen als in den meisten anderen Messen im ordentlichen Ritus auch (im außerordentlichen muss der Priester glaube ich manchmal in einem ziemlichen Tempo durch die Gebete hetzen, aber wenigstens betrifft mich das nicht, und von mir aus könnten sich die Priester ruhig mehr Zeit lassen), es ist mir nur gestern viel stärker als sonst aufgefallen. Man kommt gar nicht dazu, wenigstens mal kurz zu beten. Über etwas nachzudenken. Zur Ruhe zu kommen. Es ist die ganze Zeit Aktion und Geräusch.

Nichtmal wenn man gerade etwas singt, weil (und das war gestern dann doch extrem) fast alle zu singenden Stücke irgendwelche modernen Kompositionen aus dem Gotteslob waren (wobei ich festgestellt hab, daß man offenbar auch schon in den 40er und 50er Jahren grausige Kirchenmusik produziert hat), die musikalisch Versierte womöglich korrekt singen können, die aber definitiv nicht dem in West-,Mittel- und Osteuropa üblichen musikalischen Empfinden entsprechen. Das heißt, die meisten Leute kommen mit der merkwürdigen Rhythmik nicht klar und auch mit der Melodieführung nicht. Ich auch nicht, und dabei war ich auf einer musikbetonten Schule. Ich kann zwar nicht singen, aber normalerweise hab ich ein ganz gutes Gespür dafür, wie eine Melodie weitergehen könnte und wie eher nicht. Das hilft einem bei barocken Kirchenliedern, bei Kirchenliedern aus dem 19. Jahrhundert, bei schlesischen Marienliedern; das hilft einem bei amerikanischer Marschmusik, bei den meisten Songs aus dem Bereich Chartsgedudel und erstaunlich oft sogar bei eher experimenteller Musik. Aber nicht bei ziemlich vielen Liedern aus dem Gotteslob. Keine Chance. Wenn ich mir so anhöre, wie das klingt, wenn ein fähiger Vorsänger das vorsingt, muss ich sagen, es klingt schon unschön, wenn es korrekt gesungen wird. Von einer Gemeinde, die das Zeug dann singen soll, gibts dann nicht mal was nur gemässigt unschönes zu hören, sondern etwas furchtbares. Musikalische Folter. Eine Kakophonie. Man ist die ganze Zeit beschäftigt, herauszufinden, wie das jetzt rhythmisch und melodisch gedacht ist, und kommt bis zum bitteren Ende nicht darauf.

Ich bin ja nun erst seit ein paar Jahren katholisch. Keine Ahnung, seit wann sowas im Gotteslob steht. Aber ich finde es schon auffällig, daß ich bisher KEINE Gemeinde erlebt hab, die mit diesem 40er,50er, 60er und 70er Jahre- Kram gut zurecht kommt (gut, bei den 70er Jahre Sachen gibt es Lieder, die gesanglich durchaus ok sind, aber vom Text her so flach…lassen wir das).  Und trotzdem gibt es ganze Messen, die nur mit diesen Liedern bestritten werden. Wo selbst das Kyrie, das Gloria, das Agnus Dei äußerst schräg klingen, weil niemand das singen kann- und es auch einfach schräg komponiert ist. Selbst unbekanntere, ältere Lieder funktionieren aber. Die klingen selbst dann noch gut, wenn ein paar Herren oder Damen hinter einem eine Punktierung grundsätzlich ignorieren.

Kann es denn so schwer sein, einfach Lieder auszusuchen, die 1. gut singbar sind, 2. gut klingen, 3. wenigstens etwas textlichen Tiefgang haben und 4. auf übermässig expressives Orgelspiel zu verzichten (es wäre manchmal schon viel gewonnen, wenn der Organist das Lied, um die Singenden zu unterstützen, einfach begleiten würde, ohne Schnickschnack)? Wäre es wirklich so dramatisch, mal auszumisten, von den neueren Sachen die zu behalten, die sich bewährt haben (gibts ja durchaus! ) ?

Wäre es wirklich so schlimm, wenn die Messe ein paar Minuten länger dauert, weil man zwischendurch auch mal Luft holen darf, mal, wenigstens für ein paar Sekunden, Ruhe hat, beten kann?

Wäre es ein Weltuntergang, wenn nicht 3 oder 4 Leute die Kommunion austeilen, nur damit es schneller geht, sondern das vielleicht einfach der Priester macht? Das hat dann nämlich den Vorteil, daß man nach der Kommunion auch wirklich Zeit hat, zu beten. Es hat schon vorher den Vorteil, daß man nicht zur Kommunion RENNT. Man weiß dann, daß es ein bißchen dauert. Im Moment sieht es öfter so aus, als würde es da gratis Wurstsemmeln geben, und man holt sich noch schnell eine, bevor man raussprintet, weil man sonst den Bus verpasst. Ich finde dieses Gehetze unwürdig. Wir begegnen da dem Herrn.  Da sollten ein paar Momente der Stille doch drin sein.

Sommerzeit…

ist für viele Ferienzeit. Die Sommerpause hier hatte andere Gründe: neuer, zusätzlicher (und ziemlich cooler) Nebenjob, private Turbulenzen, diverse Krankheiten und Wehwehchen (ich werde immer krank, wenn ich theoretisch weniger Stress habe als sonst, wodurch sich der Stresslevel dann doch erhöht…).

Wenn ich rausgehe oder aus dem Fenster schaue, bin ich mir in den letzten Tagen gar nicht so sicher, ob wir dieses Jahr in dieser Gegend überhaupt nen richtigen Herbst mit seinen unterschiedlichen Phasen bekommen, oder ob es nicht ziemlich direkt von Sommer auf Spätherbst gesprungen ist, das Wetter.

So oder so: Sommerpause vorbei, Puteus aquarum viventium wieder da!

Heiliger des Tages: hl. Josemaría Escrivá de Balaguer y Albas

Mein Verhältnis zu den Heiligen ist zur Zeit (noch) so, daß ich sie sehr selten um ihre Fürsprache anrufe, aber einige mir Vorbild sind (und manche sind auch einfach nur total coole Leute, ohne daß ich jetzt direkt sehe, was ich da in meiner Situation nachahmen könnte oder sollte- von dem Streben nach Heiligkeit mal abgesehen). Ich hab halt einige Lieblingsheilige. Die hl. Katharina von Alexandria, klar, den hl. Franz von Sales und noch einige mehr. Und: am 26. Juni gedenken wir des hl. Josemaría, dem Gründer des Opus Dei, der zu dem Kreis meiner Lieblingsheiligen gehört. Seine Betonung der Gotteskindschaft, der Wichtigkeit des Strebens nach Heiligkeit für Christen jeden Standes gefallen mir. Und wenn man sich Filmaufnahmen von ihm ansieht, gewinne zumindest ich den Eindruck, es da mit einem vielleicht nicht ganz einfachen, aber auf jeden Fall sehr liebenswürdigen und herzlichen Mann zu tun zu haben. Klar, manches in seinen Schriften wirkt auf uns heute erstmal sehr, sehr schroff. Mir hat ein Mitforant von katholon dazu mal gesagt, ihm würde helfen, daran zu denken, daß der hl. Josemariá ein junger spanischer Mann war, als er den Weg verfasst hat. Also entsprechend temperamentvoll geschrieben, das ganze.

Und ich glaube, daß er und der hl. Franz von Sales sich prima verstanden hätten- die salesianische Spiritualität und die des Opus Dei unterscheiden sich zwar durchaus, aber ich stelle doch regelmässig Ähnlichkeiten, die über das bloße „sind halt verschiedene Spielarten des Katholizismus“ hinausgehen, fest.

Ich könnte jetzt hier eine zusammenfassende Biographie hinschreiben. Oder was über das Opus Dei schreiben. Aber, ganz ehrlich, dafür bin ich gerade viel zu müde. Und andere haben das schon viel, viel besser gemacht. Es gibt also ein paar Links, und ein schönes Bild vom hl. Josemaría (sowieso toll, daß es jetzt Heilige gibt, von denen wir Fotos und Filmaufnahmen haben!)

Hier gibts eine sehr informative und wie ich finde schön gestaltete Seite über den hl. Josemaría: http://www.de.josemariaescriva.info/rubrik/heiligen-josemaria

Hier eine ebenfalls sehr gute Seite, wo man seine Schriften lesen, ausdrucken, sich auf den Palm laden oder speichern kann. Tipp: die Aphorismen für später aufheben und mit Freunde Gottes oder Christus begegnen anfangen! Übrigens ist auch diese Seite mehrsprachig: http://de.escrivaworks.org

Wer Englisch kann, könnte mal von Scott Hahn (ja, DER Scott Hahn) „Ordinary Work, Extraordinary Grace“ lesen. Die Biographie von Peter Berglar ist auch sehr empfehlenswert.

Und natürlich gibts auch noch ein Foto.

Foto des hl. Josemaría. Dieses Foto wurde auch für das offizielle Gebetskärtchen anlässlich seiner Heiligsprechung im Jahr 2002 verwendet. Von Papst Johannes Paul II. wurde er als der "Heilige des Alltäglichen" bezeichnet. Foto gefunden bei wikicommons, unter GNU-Lizenz.

Impressionen von der 1. Gebetsnacht zum Erhalt der KHG Hl. Edith Stein

Von Münster aus ist Saarbrücken leider zu weit weg, zumal ich an dem Tag auch arbeiten musste. Aber ich habe erfreut gelesen, daß die Gebetsnacht gut besucht war und nach dem WM-Spiel auch die Fußballfans unter den KHG-Freunden noch dazustießen. Hier gibts ein paar Impressionen. Da sieht man auch ein bißchen was von der Kapelle- die ich sehr gerne mag. Es gibt halt auch schöne moderne Kirchenarchitektur…

Besonders gefällt mir das Schlichte, fast schon Strenge der runden Kapelle und die Darstellung der Hl. Edith Stein. Die kleine Nische mit der Marienikone und den Kerzen. Sehr schön auch, wie unterschiedlich die Kapelle je nach Lichteinfall wirkt. Die Kapelle ist noch ein Grund mehr, für den Erhalt der Hochschulgemeinden im Bistum zu kämpfen!