Archiv der Kategorie: Mein Leben und ich

Geschützt: 143 mal Irrtum

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2011

Wir haben zwar schon den 08.01.2011, aber das Jahr ist wohl noch jung genug, um Euch ein frohes neues Jahr zu wünschen. Für mich wird dieses Jahr auf jeden Fall ein ganz wichtiges, spannendes, schönes, aber auch anstrengendes Jahr. Manches, was 2011 für mich prägen wird, stand schon länger fest: es geht dann mal endgültig Richtung Studienabschluß, ein großer Teil des Jahres wird also mit Lesen, Schreiben, Kaffee trinken und der normalen Masterarbeitspanik verbracht werden. Wenn das Ding über die Bühne ist, will ein Job gefunden und ein Umzug (mal wieder…) organisiert werden. Das Schöne ist, daß ich seit kurzem weiß, wohin ich ziehen werde (das mit dem Job findet sich hoffentlich auch). Genau, wieder zurück nach Berlin.

Berlin ist großartig, aber ohne einen gewissen Herrn wäre ich vermutlich erstmal irgendwo anders hingegangen. Aber, wenn man schon den Mann trifft, mit dem man gemeinsam eine Familie gründen, peu à peu alt werden und in den Himmel kommen möchte, dann zieht man ja nicht in irgendein Kaff (und auch nicht in irgendeine vermeintliche oder tatsächliche Metropole) in der völlig entgegengesetzten Ecke Deutschlands… Ich bin sicherlich ein bißchen bekloppt, aber nicht völlig wahnsinnig.

Für Euer Gebet sind wir beide dankbar (und falls jemand auf diese Frage eine passende Antwort hat: auch dafür wären wir dankbar).

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Wer glaubt noch an den Weihnachtsmann?

Kürzlich war ich auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Telgte. Trotz der teilweisen Überflutung des Geländes und des daher ziemlich matschigen Untergrundes ein schöner, kurzweiliger Nachmittag.

Eine kurze Begegnung beschäftigt mich aber seither. Ich unterhielt mich dort mit einem Bekannten, wir standen in einer größeren Gruppe von uns unbekannten Leuten, um uns herum Erwachsene, weiter vorne Kinder, irgendwas gab es zu sehen. Wir sprachen gerade vom Glauben an den Weihnachtsmann (und Osterhasen). Irgendwann sagte ich dann sinngemäß, daß ich das schon als Kind recht früh gewusst hätte, daß es sowas wie Weihnachtsmann oder Osterhasen nicht gibt, und daß die Geschenke von den Eltern kommen. Ich hatte kaum den Satz beendet, da drehte sich eine Frau zu mir um, sagte nur leicht pampig, daß hier Kinder wären, die vielleicht noch daran glaubten, und vielleicht könnte man dann auf solche Äußerungen verzichten. Sprachs und stapfte davon.

Ich fühlte mich dann erst nicht so doll, weil natürlich niemand, auch noch öffentlich, gerne zurechtgewiesen wird, egal ob zu Recht oder zu Unrecht. Dann dachte ich auch noch kurz, daß sie ja Recht hätte, und ich diesen Rüffel also verdientermaßen bekommen hätte.

Und später hatte ich immernoch ein dummes Gefühl bei der Erinnerung an diese Situation, allerdings aus völlig anderen Gründen. Wieviele Kinder glauben an Weihnachtsmann, Osterhasen oder die Zahnfee? Keine Ahnung, aber werden schon einige sein. Es gibt aber weder einen Weihnachtsmann, noch einen Osterhasen noch die Zahnfee. Und die Kinder merken das irgendwann oder bekommen es von anderen Kindern (oder so bösen Erwachsenen wie mir) irgendwann erzählt. Tja. Und rumms, ist es weg, das Vertrauen, in das, was die Eltern so sagen. Und Gott? Gibt es Gott? Oder haben die Eltern einem da auch nur was vorgeschwindelt wie beim Weihnachtsmann oder dem Osterhasen?

Vielleicht wäre es sinnvoll, Kindern keinen Bullshit zu erzählen. Auch wenn es noch so süß ist, wenn die Kleinen sich über Osterhasen, Weihnachtsmann, Zahnfee oder meinetwegen den Storch freuen (aber irgendwie hab ich das Gefühl, von dem wird gar nix mehr erzählt).

Erzählt den Kindern vom heiligen Nikolaus, den gibts, und er ist ein ziemlich cooler Heiliger. Meinetwegen auch vom Christkind, auch wenn da vieles bißchen arg kitschig rüberkommt, und ich auch nichts davon halte, Kindern vorzuschwindeln, das Christkind würde Geschenke bringen. Nein, tut es nicht. Gott ist Mensch geworden, genauer: Kind, Säugling, unter armseligen Umständen, um unseretwillen. Und weil wir das feiern, und zu einer Feier Geschenke auch irgendwie dazugehören, schenkt man sich halt was. Aber die Geschenke sind nicht das wichtigste- sonst könnten gerade die Armen Weihnachten gar nicht richtig feiern, und auch „Fest der Familie/Liebe/whatever“ ist um einiges zu kurz gesprungen.

Ob die Dame, die sich da so echauffiert hat, ihrem Kind von Gott erzählt? Oder nur vom Weihnachtsmann? Wenn sie ihrem Kind auch von Gott erzählt- was wird passieren, wenn es merkt, daß es den Weihnachtsmann nicht gibt? Auch an der Existenz Gottes zweifeln? Ich könnte dem Kind diese Reaktion nicht verübeln- sie ist naheliegend. Wer einmal lügt…

Pong- Guilty Pleasures

Die Gnade der späten Geburt kann zum Problem werden, wenn es um 80er-Ping Pong geht, mit dem Problem schlage ich mich aber nicht alleine rum. Das hatte auch  Yon, deren Pong sich aber dennoch sehen und hören lassen kann, nämlich hier und da. Aber, wenn der Herr Alipius Ping Pong spielen will: hier, bitte, besser spät als nie mein Beitrag.

Guilty Pleasure- kein Problem, damit könnte ich nen kompletten Blog füllen. Aber in den 80ern war ich im Kindergarten, 89′ wurde ich eingeschult. Ich hab schon vor dem Kindergartenalter gelernt, den elterlichen Plattenspieler zu bedienen. Favoriten waren „Der Bielefelder Chor singt Kinderlieder“, irgendeine Platte mit Weihnachtsliedern (auf dem Cover: ein Mädchen in einem quietschblauen Kleidchen sitzt auf dem Schoß des Weihnachtsmannes. Das könnte man so heute glaub ich gar nicht mehr machen), und die Dreigroschenoper . Es konnte niemand ahnen, daß ich die auswendig lernen und ausgerechnet die  expliziteren Stücke daraus im Dorfkindergarten singen würde. Mittlerweile kann ich mit Brecht übrigens nicht mehr allzu viel anfangen, also eigentlich gar nichts, und als ich klein war, fand ich auch eigentlich nur die Moritat von Mackie Messer, den Kanonensong, die Seeräuber-Jenny und das Hochzeitslied für ärmere Leute toll. Also- interessant-bizarr-toll. Davon abgesehen hörte ich Biene Maja, Bibi Blocksberg (nur die Folgen, in denen Benjamin Blümchen nicht vorkam, den fand ich doof), ein paar Kinderkassetten und von der Ostverwandschaft geschickte DDR-Kinderplatten. Schlapps und Schlumbo zum Beispiel. Ach ja. Und die Beatles.

Dann kam 89′ und die Schule, mein musikalischer Horizont erweiterte sich um Connie Francis, Caterina Valente und Oldies. Ahem.

Bizarrerweise hat mir eine Freundin damals eine Kassette von den Flippers geschenkt, die hab ich aber höchstens 30 Sekunden lang gehört und dann für musikalisch-ästhetischen Sondermüll befunden.  Meine musikalische Welt wurde davon also nicht wirklich berührt- sie wurde allerdings durch den Umzug gen Osten in der vierten Klasse völlig aus den Angeln gehoben.

In der neuen Klasse waren die Leute irgendwie anders. Weniger Kind. Und plötzlich gab es Schuldisko und Eurodance. Wir sind jetzt schon Anfang/Mitte der 90er.

Whigfields „Saturday Night“ fanden wir klasse (da waren wir wohl nicht die Einzigen, wenn man auf St. Dymphnas Gedankenwelt nachliest…) , Twenty 4 Seven auch, Rednex‘  „Cotton Eye Joe“  war ein Riesenhit, und ich mochte sogar DJ Bobo. Manchmal schleiche ich auf youtube in finsteren Ecken herum und höre so Zeug, manchmal tanze ich sogar dazu. Und ich gestehe, daß ich unheimlich Lust hätte, mal auf eine 90er-Party zu gehen. Exemplarisch für die Absonderlichkeiten, die ich damals so gehört habe: hier sind Twenty 4 Seven mit „Is it love“.

Immerhin: als ich mir diese und andere CDs und MCs aus der Stadtbibliothek bei meiner Oma ausgeliehen und auf dem Doppelkassettendeck meiner Großeltern massenweise von CD auf Kassette oder von Kassette auf Kassette Musik überspielt habe, da war nicht nur Gruselkram wie Twenty 4 Seven dabei, sondern auch Björk.

Ah, jetzt fällt mir doch noch was ein, was ich gerne gehört habe, was ich immer noch mag, und mir vermutlich irgendwie peinlich sein müsste, und es ist sogar aus den 80ern.  The Bangles: „Eternal Flame“.

Blondie oder Kate Bush sind mir nicht peinlich. Deine Lakaien auch nicht. Aktuellere guilty pleasures fallen mir auch gerade nicht ein. Ich höre übrigens auch nicht- grauenhafte und zuweilen sogar richtig gute Musik. Aber nach der war ja nicht gefragt.

Ah, und noch was für die internationale Verständigung. Was aus Japan. Mir wurde aus sehr zuverlässiger Quelle berichtet, daß Japaner wirklich so verrückt sind, wie man hier oft denkt.  Immerhin produzieren sie sowas:  Happa-tai/ Green leafes mit Yatta. Die Qualität ist grauenhaft, aber dafür ist es ein Video mit Untertiteln. Wer Probleme mit spärlichst bekleideten japanischen Männern hat, sollte wegsehen 😉 

Ich finde es wunderbar selbstironisch. Leute, die sich selbst auf die Schippe nehmen können, sind mir sympathisch.

Hl. Katharina von Alexandria

Heute ist, nachdem die hl. Katharina zwischendurch mal ganz aus dem Generalkalender gestrichen war, der nichtgebotene Gedenktag der hl. Katharina von Alexandria. Von wegen vermutlich nur legendär- irgendwer fühlt sich im Himmel offenbar angesprochen, wenn man sie um etwas bittet, und sie ist meine Firmpatronin. Sie war mal eine sehr beliebte Heilige, heute denken bei „hl. Katharina“ die meisten wohl eher an die hl. Katharina von Siena.

„Meine“ Katharina hat unheimlich viele Patronate, was ihre (frühere) Beliebtheit wiederspiegelt. Unter anderem ist sie auch die Patronin der Heiratswilligen…wenn ich irgendwann in den nächsten paar…na gut, Jahren, meinen künftigen Ehemann treffen würde, wäre das schon super.

Es gibt ein paar Wetterregeln, die möchte ich jetzt aber nicht zitieren, weil, wenn die stimmen sollten, wäre das, wenn ich einen Blick aus dem Fenster werfe, nicht so toll. Aber die wurden vermutlich nicht im dauerverregneten Münsterland entwickelt…

In der Sidebar gibts ein Bild von ihr, das ich sehr schön finde. Und im Dom setze ich mich gerne in die Bänke, die unter der Katharinenfigur links stehen.

Ihr merkt schon, ich bin heute nicht wirklich in der Lage, etwas substantielles zu schreiben. Aber kurz dran erinnern wollte ich, bevor der Tag rum ist, dann doch.

Heilige Katharina, bitte für uns.

16. Oktober- hl. Hedwig von Schlesien

Heute ist der (nicht gebotene) Gedenktag der hl. Hedwig von Schlesien, auch bekannt als hl. Hedwig von Andechs. In Berlin, glaube ich, ein Fest.

Geboren wurde sie 1174 in Andechs, Eltern waren Graf Berthold IV.  und seine Frau Agnes. In der Verwandtschaft findet sich einiges an Prominenz, ein Bruder war Bischof, und ihre Schwester, Gertrud, wurde Mutter der hl. Elisabeth.

Die kleine Hedwig wurde im Benediktinerinnenkloster Kitzingen erzogen (liegt ein ganzes Stück von Andechs entfernt) und hat sehr, sehr jung geheiratet: mit zwölf Jahren wurde sie mit Heinrich I. von Schlesien verheiratet, der 1233 auch Herzog von Polen wurde. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor, von denen die meisten weit vor ihrer Mutter starben. Zwei Jahre vor ihrem eigenen Tod musste sie noch den Tod ihres Sohnes, Heinrich des Frommen, der in einer Schlacht gegen die Mongolen fiel, verkraften. Mit Ausnahme von Gertrud, die ihre Mutter um 25 Jahre  überlebte und Äbtissin des von ihrer Mutter gegründeten Klosters war, und Heinrichs, starben alle Kinder, bevor sie (nach heutigen Maßstäben) das Erwachsenenalter erreichten.

Ihr Mann baute das Land aus und holte deutsche Siedler nach Schlesien, Hedwig kümmerte sich um die Förderung des Glaubens, half bei der Niederlassung von Orden und sorgte sich um die Armen. 1201 gründete sie das Zisterzienserinnenkloster Trebnitz. Nach dem Tod ihres Mannes 1238 lebte sie auch dort.  Hedwig starb 1243. Bereits 1267 wurde sie heiliggesprochen, von Papst Clemens IV. Man erzählt sich, sie hätte stehts eine Marienstatue bei sich getragen, um sie andächtig betrachten zu können. Richtig berühmt ist sie aber für die von ihr getragenen Schuhe-  in der Hand, nicht an den Füßen. Sie hatte sich angewöhnt, barfuß zu gehen, sommers wie winters. Ihrem Beichtvater ging das zu weit, er forderte sie auf, Schuhe zu tragen. Naja. Man muss Wünsche schon eindeutig formulieren 🙂 Deshalb wird sie oft mit Schuhen in der Hand dargestellt. Oder mit einem Kirchenmodell. Oder mit beidem.

Bei Braut des Lammes gibts ein Rezept für Hedwigssohlen. Klingt sehr lecker. Werd ich nur in meiner Miniminizwergenkochecke nicht ausprobieren können.

Und was hat das jetzt alles mit mir zu tun? Naja, heute ist mein Namenstag. Mit dem Leben der hl. Hedwig verbindet mich sonst nicht viel. Wie viele Familien in Deutschland haben wir wohl unsere Wurzeln irgendwo im Osten. Danzig, das Grenzgebiet Österreich/Slowakei, eventuell irgendwo in Böhmen, aber das ist schon ungesichert. Schlesien…wüsste ich jetzt nicht, ausschließen kann man nichts. Allerdings hat die Hedwigskathedrale in Berlin eine prominente Rolle in meinem Leben gespielt. Da war nämlich, bei meiner Konversion, die Sakramentszulassung und ein netter Empfang mit dem Kardinal.

Als ich getauft wurde, was ja eine evangelische Taufe war, hatte niemand die hl. Hedwig auf dem Schirm. Ich wage einfach mal trotzdem die Behauptung, dass sie für mich zuständig ist.  Also: hl. Hedwig, bitte für mich!

P.S.: Das ökumenische Heiligenlexikon kennt eine Wetterregel, die lautet: An Hedwig bricht der Wetterlauf, dann hört das gute Wetter auf. Mal davon abgesehen, dass es schon die letzen Tage nicht so prall war: stimmt. Draußen ist es kalt, grau, verregnet, windig, bäh. Ich hätt jetzt gern ne Schachtel voller Hedwigssohlen und jemanden, der mir nen Earl Grey macht.

Ok ok. Ich geh nachher zum Edeka, kauf Kekse und mach mir den Earl Grey selbst.

Und dann lese ich vielleicht noch ein bißchen was über die Hl. Hedwig. Ich hab so ein entzückendes, uraltes Buch vom Flohmarkt, was vor vielen Jahrzehnten mal ein Bub zur ersten hl. Kommunion geschenkt bekam… Zu jedem Tag gibts nen Heiligen. Und ich hab noch einen Roman über die hl. Hedwig, da könnte ich auch nochmal reinschauen.

Demut…und Depressionen

Demut kann, vielleicht, manchmal einfach bedeuten, daß man sich eingesteht, etwas nicht alleine, nicht einfach so,  zu schaffen.  Auch wenn das bedeutet, das man eben doch langfristig irgendein Medikament nehmen muss, daß einem erstmal Herzrasen, schlaflose Nächte und Übelkeit beschert. Auch, wenn es in unserer Gesellschaft stigmatisierend ist, sich Hilfe zu holen von jemandem, dessen Berufsbezeichnung mit Psy- anfängt, es geht manchmal eben nicht anders.

Man kann sich auch in solchen Situationen vom Glauben tragen lassen. Nicht im Sinne einer Krücke oder einer Art frommer Autosuggestion. Ich glaube, daß der Herr einem gerade in solchen Situationen nah sein will und einen stützt. Und ich weiß, daß es Heilige gibt, die ähnliche Probleme hatten oder wo man das zumindest mal vermuten kann. Das tröstet.

Erstaunlicherweise gibts in Deutschland kaum vernünftige katholische Literatur zu dem Thema, jedenfalls bin ich bisher nicht fündig geworden. Anselm Grün hat natürlich mindestens ein Buch zum Thema Depressionen geschrieben, ich besitze es und habe es gelesen, aber ich fand es nicht unbedingt hilfreich.

Auf dem amerikanischen Buchmarkt gibt es viel mehr, die Qualität kann ich  nicht beurteilen, aber ich werde mal schauen, ob ich mir da nicht ein oder zwei Sachen bestelle.

Auf amerikanischen Seiten habe ich dann auch herausgefunden, daß die hl. Margareta von Cortona mitnichten nur für Büßerinnen (und vermutlich die Stadt Cortona) zuständig ist, sondern auch für Leute mit psychischen Problemen. Das freut mich, weil ich die hl. Margareta von Cortona sowieso mag. Ich glaube, das macht sie jetzt zu einer ziemlich zentralen Heiligen für mich. Deshalb auch ein Bild von ihr:

Hl. Margareta von Cortona

Wenn der eine oder die andere mal für mich ein Gebet sprechen oder ein Kerzlein anzünden würde, wäre das schön. Oder am besten für alle, die unter den verschiedenen Formen von Depressionen leiden. Bei mir ist es ja, Gott sei Dank, relativ milde, wenn auch langandauernd. Vergelt’s Gott!

Hmm. Mit diesem Artikelchen verstosse ich gegen das in Deutschland übliche „darüber spricht man nicht“. Ein bißchen steckt das in mir auch drin, am Anfang rede ich ja ziemlich um den heißen Brei herum, das Wort „Depression“ tauchte erst weit unten auf, bis ich den Titel geändert habe.

So ist das. Es ist einem peinlich, und man versucht es zu verstecken, was bei einer leichten Depression auch ziemlich gut funktioniert. Selbst Eltern müssen  nicht unbedingt mitbekommen, was eigentlich los ist.  Ich weiß, daß man ein gewisses Risiko eingeht, wenn man darüber offen spricht. Im beruflichen Umfeld würde ich das auch nicht tun. Aber es kann helfen, darüber zu sprechen, und ich habe schlicht keine Lust und keine Kraft, 24/7 ein Theaterstück zu spielen, nur damit alle denken, mir ginge es gut. Nein, mir gehts nicht gut. Und es ist befreiend, das so zu sagen.

Express-Messen und schlechte Musik

Gestern, am 27. Sonntag im Jahreskreis, hatte ich eigentlich vor, zur Abwechslung mal die Messe im außerordentlichen Ritus zu besuchen. Der außerordentliche Ritus fasziniert mich, aber so richtig zu Hause fühle ich mich da noch nicht. Wie auch, wenn ich erst 3 oder 4 Messen im außerordentlichen Ritus besucht hab. Diese Messe ist hier ziemlich früh (früh für studentische Verhältnisse), und irgendwie hab ich es dann nicht rechtzeitig aus dem Bett geschafft. Die benachbarte Gemeinde, die sowieso zu liturgischen Extravaganzen neigt, hatte gestern ihre Familienmesse, da bringen mich keine zehn Pferde hin, es sei denn, es gibt sonst gar keine Messe; also blieb noch das Abendprogramm. Ich hab dann noch, nach Tagen zu Hause wegen Krankheit, nen schönen Spaziergang am Seeufer gemacht, mich ins Gras gesetzt und da gebetet, hab mein Rad abgeholt, was weiter stadteinwärts stand, bin zu Starbucks und hab ein Stück Apfelkuchen gegessen und nen Kaffee getrunken und ein wahnsinnig dickes Buch über das 19. Jahrhundert angefangen . Dann bin ich in aller Ruhe zur Kirche, so, daß ich nicht erst auf den letzten Drücker eintreffe.  Ich glaube, diese ganze Tagesplanung ist wesentlich mitverantwortlich für das folgende Disaster. Ich war noch irgendwie eingestellt auf den  außerordentlichen Ritus, auf Ruhe, auf Sonntag, und dann empfand ich die Messe als wahnsinnig gehetzt.

Die Messe war in einer Innenstadtgemeinde, wo man im wesentlichen die Messe so feiert, wie sie gefeiert werden soll (wobei sich mir nicht ganz erschließt, wieso man unbedingt zwei Leute außer dem Priester braucht, um die Kommunion auszuteilen, und ich meine, die sollten eigentlich erst dann an den Altar, wenn der Priester kommuniziert hat).

Aber: wieso kann man nicht mal wenigstens 10 Sekunden Ruhe zulassen, bevor es weitergeht? Man ist die ganze Zeit hektisch am Blättern, kaum ist der letzte Ton eines Liedes verklungen, er hallt noch nach, gehts vorne schon wieder weiter, kaum ist die Lesung vorbei, wird wieder geblättert. Es kann doch nicht so schwer sein, das ganze ein bißchen, nein, nicht nur entspannter, sondern dadurch auch würdiger zu gestalten. Das ist in der Messe gar nicht extremer gewesen als in den meisten anderen Messen im ordentlichen Ritus auch (im außerordentlichen muss der Priester glaube ich manchmal in einem ziemlichen Tempo durch die Gebete hetzen, aber wenigstens betrifft mich das nicht, und von mir aus könnten sich die Priester ruhig mehr Zeit lassen), es ist mir nur gestern viel stärker als sonst aufgefallen. Man kommt gar nicht dazu, wenigstens mal kurz zu beten. Über etwas nachzudenken. Zur Ruhe zu kommen. Es ist die ganze Zeit Aktion und Geräusch.

Nichtmal wenn man gerade etwas singt, weil (und das war gestern dann doch extrem) fast alle zu singenden Stücke irgendwelche modernen Kompositionen aus dem Gotteslob waren (wobei ich festgestellt hab, daß man offenbar auch schon in den 40er und 50er Jahren grausige Kirchenmusik produziert hat), die musikalisch Versierte womöglich korrekt singen können, die aber definitiv nicht dem in West-,Mittel- und Osteuropa üblichen musikalischen Empfinden entsprechen. Das heißt, die meisten Leute kommen mit der merkwürdigen Rhythmik nicht klar und auch mit der Melodieführung nicht. Ich auch nicht, und dabei war ich auf einer musikbetonten Schule. Ich kann zwar nicht singen, aber normalerweise hab ich ein ganz gutes Gespür dafür, wie eine Melodie weitergehen könnte und wie eher nicht. Das hilft einem bei barocken Kirchenliedern, bei Kirchenliedern aus dem 19. Jahrhundert, bei schlesischen Marienliedern; das hilft einem bei amerikanischer Marschmusik, bei den meisten Songs aus dem Bereich Chartsgedudel und erstaunlich oft sogar bei eher experimenteller Musik. Aber nicht bei ziemlich vielen Liedern aus dem Gotteslob. Keine Chance. Wenn ich mir so anhöre, wie das klingt, wenn ein fähiger Vorsänger das vorsingt, muss ich sagen, es klingt schon unschön, wenn es korrekt gesungen wird. Von einer Gemeinde, die das Zeug dann singen soll, gibts dann nicht mal was nur gemässigt unschönes zu hören, sondern etwas furchtbares. Musikalische Folter. Eine Kakophonie. Man ist die ganze Zeit beschäftigt, herauszufinden, wie das jetzt rhythmisch und melodisch gedacht ist, und kommt bis zum bitteren Ende nicht darauf.

Ich bin ja nun erst seit ein paar Jahren katholisch. Keine Ahnung, seit wann sowas im Gotteslob steht. Aber ich finde es schon auffällig, daß ich bisher KEINE Gemeinde erlebt hab, die mit diesem 40er,50er, 60er und 70er Jahre- Kram gut zurecht kommt (gut, bei den 70er Jahre Sachen gibt es Lieder, die gesanglich durchaus ok sind, aber vom Text her so flach…lassen wir das).  Und trotzdem gibt es ganze Messen, die nur mit diesen Liedern bestritten werden. Wo selbst das Kyrie, das Gloria, das Agnus Dei äußerst schräg klingen, weil niemand das singen kann- und es auch einfach schräg komponiert ist. Selbst unbekanntere, ältere Lieder funktionieren aber. Die klingen selbst dann noch gut, wenn ein paar Herren oder Damen hinter einem eine Punktierung grundsätzlich ignorieren.

Kann es denn so schwer sein, einfach Lieder auszusuchen, die 1. gut singbar sind, 2. gut klingen, 3. wenigstens etwas textlichen Tiefgang haben und 4. auf übermässig expressives Orgelspiel zu verzichten (es wäre manchmal schon viel gewonnen, wenn der Organist das Lied, um die Singenden zu unterstützen, einfach begleiten würde, ohne Schnickschnack)? Wäre es wirklich so dramatisch, mal auszumisten, von den neueren Sachen die zu behalten, die sich bewährt haben (gibts ja durchaus! ) ?

Wäre es wirklich so schlimm, wenn die Messe ein paar Minuten länger dauert, weil man zwischendurch auch mal Luft holen darf, mal, wenigstens für ein paar Sekunden, Ruhe hat, beten kann?

Wäre es ein Weltuntergang, wenn nicht 3 oder 4 Leute die Kommunion austeilen, nur damit es schneller geht, sondern das vielleicht einfach der Priester macht? Das hat dann nämlich den Vorteil, daß man nach der Kommunion auch wirklich Zeit hat, zu beten. Es hat schon vorher den Vorteil, daß man nicht zur Kommunion RENNT. Man weiß dann, daß es ein bißchen dauert. Im Moment sieht es öfter so aus, als würde es da gratis Wurstsemmeln geben, und man holt sich noch schnell eine, bevor man raussprintet, weil man sonst den Bus verpasst. Ich finde dieses Gehetze unwürdig. Wir begegnen da dem Herrn.  Da sollten ein paar Momente der Stille doch drin sein.

Impressionen von der 1. Gebetsnacht zum Erhalt der KHG Hl. Edith Stein

Von Münster aus ist Saarbrücken leider zu weit weg, zumal ich an dem Tag auch arbeiten musste. Aber ich habe erfreut gelesen, daß die Gebetsnacht gut besucht war und nach dem WM-Spiel auch die Fußballfans unter den KHG-Freunden noch dazustießen. Hier gibts ein paar Impressionen. Da sieht man auch ein bißchen was von der Kapelle- die ich sehr gerne mag. Es gibt halt auch schöne moderne Kirchenarchitektur…

Besonders gefällt mir das Schlichte, fast schon Strenge der runden Kapelle und die Darstellung der Hl. Edith Stein. Die kleine Nische mit der Marienikone und den Kerzen. Sehr schön auch, wie unterschiedlich die Kapelle je nach Lichteinfall wirkt. Die Kapelle ist noch ein Grund mehr, für den Erhalt der Hochschulgemeinden im Bistum zu kämpfen!

Absent minded…

…bin ich diesen Monat, das kann man leider nicht anders sagen. Aber es gibt gute Gründe dafür: klar, Uni, das Semster nähert sich dem Ende, Referate müssen vorbereitet und gehalten werden. Und, der viel schönere Grund: in den letzten Tagen war hier gar nichts los, weil ich zur Zeit in rosa Zuckerwatte gepackt durchs Leben schwebe.

Ich bitte um Nachsicht und gelobe Besserung.