Archiv der Kategorie: Glaube

Petition Pro Ecclesia- gegen das „Memorandum Freiheit“

Los, auf, lesen:

http://petitionproecclesia.wordpress.com/

und dann bitte bitte auch unterschreiben. Bei Unterstützung ist die Mailadresse angegeben- Namen, Wohnort/Bistum, wer mag auch Beruf und/oder Jahrgang dazu. Ach was solls, hier ist die Mailadresse: petitionproecclesia [at] web.de Natürlich dann ohne Leerzeichen, aber mit @, ist ja klar.

Seid mutig!

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Geschützt: 143 mal Irrtum

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Wer glaubt noch an den Weihnachtsmann?

Kürzlich war ich auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Telgte. Trotz der teilweisen Überflutung des Geländes und des daher ziemlich matschigen Untergrundes ein schöner, kurzweiliger Nachmittag.

Eine kurze Begegnung beschäftigt mich aber seither. Ich unterhielt mich dort mit einem Bekannten, wir standen in einer größeren Gruppe von uns unbekannten Leuten, um uns herum Erwachsene, weiter vorne Kinder, irgendwas gab es zu sehen. Wir sprachen gerade vom Glauben an den Weihnachtsmann (und Osterhasen). Irgendwann sagte ich dann sinngemäß, daß ich das schon als Kind recht früh gewusst hätte, daß es sowas wie Weihnachtsmann oder Osterhasen nicht gibt, und daß die Geschenke von den Eltern kommen. Ich hatte kaum den Satz beendet, da drehte sich eine Frau zu mir um, sagte nur leicht pampig, daß hier Kinder wären, die vielleicht noch daran glaubten, und vielleicht könnte man dann auf solche Äußerungen verzichten. Sprachs und stapfte davon.

Ich fühlte mich dann erst nicht so doll, weil natürlich niemand, auch noch öffentlich, gerne zurechtgewiesen wird, egal ob zu Recht oder zu Unrecht. Dann dachte ich auch noch kurz, daß sie ja Recht hätte, und ich diesen Rüffel also verdientermaßen bekommen hätte.

Und später hatte ich immernoch ein dummes Gefühl bei der Erinnerung an diese Situation, allerdings aus völlig anderen Gründen. Wieviele Kinder glauben an Weihnachtsmann, Osterhasen oder die Zahnfee? Keine Ahnung, aber werden schon einige sein. Es gibt aber weder einen Weihnachtsmann, noch einen Osterhasen noch die Zahnfee. Und die Kinder merken das irgendwann oder bekommen es von anderen Kindern (oder so bösen Erwachsenen wie mir) irgendwann erzählt. Tja. Und rumms, ist es weg, das Vertrauen, in das, was die Eltern so sagen. Und Gott? Gibt es Gott? Oder haben die Eltern einem da auch nur was vorgeschwindelt wie beim Weihnachtsmann oder dem Osterhasen?

Vielleicht wäre es sinnvoll, Kindern keinen Bullshit zu erzählen. Auch wenn es noch so süß ist, wenn die Kleinen sich über Osterhasen, Weihnachtsmann, Zahnfee oder meinetwegen den Storch freuen (aber irgendwie hab ich das Gefühl, von dem wird gar nix mehr erzählt).

Erzählt den Kindern vom heiligen Nikolaus, den gibts, und er ist ein ziemlich cooler Heiliger. Meinetwegen auch vom Christkind, auch wenn da vieles bißchen arg kitschig rüberkommt, und ich auch nichts davon halte, Kindern vorzuschwindeln, das Christkind würde Geschenke bringen. Nein, tut es nicht. Gott ist Mensch geworden, genauer: Kind, Säugling, unter armseligen Umständen, um unseretwillen. Und weil wir das feiern, und zu einer Feier Geschenke auch irgendwie dazugehören, schenkt man sich halt was. Aber die Geschenke sind nicht das wichtigste- sonst könnten gerade die Armen Weihnachten gar nicht richtig feiern, und auch „Fest der Familie/Liebe/whatever“ ist um einiges zu kurz gesprungen.

Ob die Dame, die sich da so echauffiert hat, ihrem Kind von Gott erzählt? Oder nur vom Weihnachtsmann? Wenn sie ihrem Kind auch von Gott erzählt- was wird passieren, wenn es merkt, daß es den Weihnachtsmann nicht gibt? Auch an der Existenz Gottes zweifeln? Ich könnte dem Kind diese Reaktion nicht verübeln- sie ist naheliegend. Wer einmal lügt…

Ad te levavi animam meam

„Ad te levavi animam meam:
Deus meus in te confido, non erubescam:
neque irrideant me inimici mei:
etenim universi qui te expectant, non confundentur.“

„Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele. Mein Gott, dir vertraue ich. Lass mich nicht scheitern, lass meine Feinde nicht triumphieren! Denn niemand, der auf dich hofft, wird zuschanden.“

(Introibusantiphon/Eröffnungsvers für den Ersten Advent,  Ps 25 (24), 1-3

Auch wenn’s  schon wieder Abend ist: einen gesegneten Ersten Advent!


 

Hl. Katharina von Alexandria

Heute ist, nachdem die hl. Katharina zwischendurch mal ganz aus dem Generalkalender gestrichen war, der nichtgebotene Gedenktag der hl. Katharina von Alexandria. Von wegen vermutlich nur legendär- irgendwer fühlt sich im Himmel offenbar angesprochen, wenn man sie um etwas bittet, und sie ist meine Firmpatronin. Sie war mal eine sehr beliebte Heilige, heute denken bei „hl. Katharina“ die meisten wohl eher an die hl. Katharina von Siena.

„Meine“ Katharina hat unheimlich viele Patronate, was ihre (frühere) Beliebtheit wiederspiegelt. Unter anderem ist sie auch die Patronin der Heiratswilligen…wenn ich irgendwann in den nächsten paar…na gut, Jahren, meinen künftigen Ehemann treffen würde, wäre das schon super.

Es gibt ein paar Wetterregeln, die möchte ich jetzt aber nicht zitieren, weil, wenn die stimmen sollten, wäre das, wenn ich einen Blick aus dem Fenster werfe, nicht so toll. Aber die wurden vermutlich nicht im dauerverregneten Münsterland entwickelt…

In der Sidebar gibts ein Bild von ihr, das ich sehr schön finde. Und im Dom setze ich mich gerne in die Bänke, die unter der Katharinenfigur links stehen.

Ihr merkt schon, ich bin heute nicht wirklich in der Lage, etwas substantielles zu schreiben. Aber kurz dran erinnern wollte ich, bevor der Tag rum ist, dann doch.

Heilige Katharina, bitte für uns.

Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit!

Morgen feiern wir das Christkönigsfest. Es ist ein sehr junges Hochfest: eingeführt wurde es 1925 von Papst Pius XI. Die Enzyklika dazu heißt Quas Primas und findet sich auf Englisch hier auf der Seite des Heiligen Stuhls (Andere Sprachen inklusive Latein gibt es auch, aber ich habe mal die ausgewählt, die vermutlich die meisten relativ flüssig lesen können, zumal ich zu meiner Schande gestehen muß, Latein nicht zu beherrschen…). Interessanterweise hat Pius XI. sein Pontifikat auch schon unter ein Motto gestellt, daß auf die Königsherrschaft Christi verweist: pax christi in regno christi, der Friede Christi in Christi Reich. Siehe hierzu seine Antrittsenzyklika Ubi Arcano Dei Consilio.

Иисус Христос Царь Царей и Великий Архиерей. Ок. 1600. (Christus, König der Könige, Griechenland/ 1600)

Vieles ist sicher sattsam bekannt: das Fest wurde eingeführt zu einem Zeitpunkt der Weltgeschichte, zu dem diverse Monarchien und Kaiserreiche plötzlich Republiken wurden; aber auch zu einem Zeitpunkt tiefgreifender gesellschaftlicher und damit auch sozialer, moralischer und religiöser Veränderungen. Wenn ich mir so die Enzykliken von Pius XI. anschaue, scheint es ihm auch genau darum zu gehen: um eine Art Neuevangelisierung, einen Glaubensaufbrauch, ein Durchsäuern der Gesellschaft- nicht umsonst fällt auch in die Zeit ein Aufbruch der Laienbewegungen. Das ist ein Punkt, wieso ich dieses Fest so spannend und aktuell finde (wobei mir eigentlich kein Fest einfällt, bei dem das anders wäre, aber vielleicht nicht in jedem Fall in der Dringlichkeit und Aktualität).

Auch sicher bekannt: das Fest wurde ganz zentral für die Katholiken, besonders die katholische Jugend, während des Nationalsozialismus. Wurde ursprünglich am Dreifaltigkeitssonntag der sogenannte Bekenntnissonntag der katholischen Jugendverbände gefeiert, wurde das durch einen Schachzug der Nationalsozialisten unmöglich gemacht: sie legten auf diesen Tag das Reichssportfest. Dann wurde der Bekenntnissonntag eben an Christkönig gefeiert- als Alternative zum nationalsozialistischen Führerkult und „Vereinswesen“. Ich denke, der neue Termin hatte womöglich sogar etwas noch provozierenderes als der Bekenntnissonntag am Dreifaltigkeitssonntag. Christus König…das hat schon was von Provokation und Widerstand in einer Diktatur, aber ich finde, es ist vor allem auch ein tröstliches Fest. Und provokant ist es nicht nur in einer Diktatur, sondern eigentlich in jeder denkbaren Regierungsform. Auch gegenüber einem König oder Kaiser, einer Demokratie (gerade der gegenüber!), diversen totalitären -ismen oder der Anarchie sagt das Fest aus: es gibt da etwas, nein, es gibt da jemand, der viel höher steht. Dessen Herrschaft kommt friedlich, auf leisen Sohlen, ist jetzt schon und noch nicht, aber eines Tages wird Seine Herrschaft ganz offenbar werden. Und: wenn man sich Seiner Herrschaft unterstellt, geht es einem besser, denn Sein Friede ist mit einem. Irgendwelche Regenten, Präsidenten, Chefs, Diktatoren und so weiter können da nicht mithalten. Sicher, legitimer Herrschaft ist man Gehorsam schuldig- aber sie hat Schranken, auch wenn die Herrschaft selbst diese Schranken nicht anerkennt.

Wir leben glücklicherweise in einer Demokratie, nicht in einer Diktatur. Dennoch maßt sich die Politik manchmal- meinem Eindruck nach, zunehmend- Dinge an, die ihr nicht zustehen. Es werden Dinge diskutiert und verabschiedet in unseren Parlamenten, die so tief in das Leben von Menschen eingreifen (wollen, ob es klappt ist dann immer noch eine andere Frage)- das hätte sich kein absolutistischer Herrscher gewagt.  Daher finde ich das Christkönigsfest auch für uns heute tröstlich. Provokant-widerständig ist ja sowieso alles, was katholisch ist (wer daran zweifelt, möge mal irgendwo in der Öffentlichkeit nen Rosenkranz auspacken und beten…), ganz automatisch.  Und: in dem, was Pius XI. über die Gesellschaft seiner Zeit schreibt, erkenne ich unsere Gesellschaft heute sehr gut wieder, auch ohne einen vor kurzem beendeten Weltkrieg.

Trotz des vielleicht etwas wirren Gedankenganges hoffe ich, ein wenig vermitteln zu können, wieso mir dieses Fest so wichtig ist. Seit ich katholisch bin freue ich mich jedes Jahr darauf.

Als Illustration ein Bild von einem Mosaik der Klosterkirche der Franziskanerinnen von Thuine. Ich hab ein bißchen mit The Gimp daran herumgespielt, man erkennt jetzt mehr Details, ich habe allerdings keine Ahnung, ob die Farben so stimmen…

Christus König- Mosaik aus der Klosterkirche der Franziskanerinnen in Thuine

16. Oktober- hl. Hedwig von Schlesien

Heute ist der (nicht gebotene) Gedenktag der hl. Hedwig von Schlesien, auch bekannt als hl. Hedwig von Andechs. In Berlin, glaube ich, ein Fest.

Geboren wurde sie 1174 in Andechs, Eltern waren Graf Berthold IV.  und seine Frau Agnes. In der Verwandtschaft findet sich einiges an Prominenz, ein Bruder war Bischof, und ihre Schwester, Gertrud, wurde Mutter der hl. Elisabeth.

Die kleine Hedwig wurde im Benediktinerinnenkloster Kitzingen erzogen (liegt ein ganzes Stück von Andechs entfernt) und hat sehr, sehr jung geheiratet: mit zwölf Jahren wurde sie mit Heinrich I. von Schlesien verheiratet, der 1233 auch Herzog von Polen wurde. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor, von denen die meisten weit vor ihrer Mutter starben. Zwei Jahre vor ihrem eigenen Tod musste sie noch den Tod ihres Sohnes, Heinrich des Frommen, der in einer Schlacht gegen die Mongolen fiel, verkraften. Mit Ausnahme von Gertrud, die ihre Mutter um 25 Jahre  überlebte und Äbtissin des von ihrer Mutter gegründeten Klosters war, und Heinrichs, starben alle Kinder, bevor sie (nach heutigen Maßstäben) das Erwachsenenalter erreichten.

Ihr Mann baute das Land aus und holte deutsche Siedler nach Schlesien, Hedwig kümmerte sich um die Förderung des Glaubens, half bei der Niederlassung von Orden und sorgte sich um die Armen. 1201 gründete sie das Zisterzienserinnenkloster Trebnitz. Nach dem Tod ihres Mannes 1238 lebte sie auch dort.  Hedwig starb 1243. Bereits 1267 wurde sie heiliggesprochen, von Papst Clemens IV. Man erzählt sich, sie hätte stehts eine Marienstatue bei sich getragen, um sie andächtig betrachten zu können. Richtig berühmt ist sie aber für die von ihr getragenen Schuhe-  in der Hand, nicht an den Füßen. Sie hatte sich angewöhnt, barfuß zu gehen, sommers wie winters. Ihrem Beichtvater ging das zu weit, er forderte sie auf, Schuhe zu tragen. Naja. Man muss Wünsche schon eindeutig formulieren 🙂 Deshalb wird sie oft mit Schuhen in der Hand dargestellt. Oder mit einem Kirchenmodell. Oder mit beidem.

Bei Braut des Lammes gibts ein Rezept für Hedwigssohlen. Klingt sehr lecker. Werd ich nur in meiner Miniminizwergenkochecke nicht ausprobieren können.

Und was hat das jetzt alles mit mir zu tun? Naja, heute ist mein Namenstag. Mit dem Leben der hl. Hedwig verbindet mich sonst nicht viel. Wie viele Familien in Deutschland haben wir wohl unsere Wurzeln irgendwo im Osten. Danzig, das Grenzgebiet Österreich/Slowakei, eventuell irgendwo in Böhmen, aber das ist schon ungesichert. Schlesien…wüsste ich jetzt nicht, ausschließen kann man nichts. Allerdings hat die Hedwigskathedrale in Berlin eine prominente Rolle in meinem Leben gespielt. Da war nämlich, bei meiner Konversion, die Sakramentszulassung und ein netter Empfang mit dem Kardinal.

Als ich getauft wurde, was ja eine evangelische Taufe war, hatte niemand die hl. Hedwig auf dem Schirm. Ich wage einfach mal trotzdem die Behauptung, dass sie für mich zuständig ist.  Also: hl. Hedwig, bitte für mich!

P.S.: Das ökumenische Heiligenlexikon kennt eine Wetterregel, die lautet: An Hedwig bricht der Wetterlauf, dann hört das gute Wetter auf. Mal davon abgesehen, dass es schon die letzen Tage nicht so prall war: stimmt. Draußen ist es kalt, grau, verregnet, windig, bäh. Ich hätt jetzt gern ne Schachtel voller Hedwigssohlen und jemanden, der mir nen Earl Grey macht.

Ok ok. Ich geh nachher zum Edeka, kauf Kekse und mach mir den Earl Grey selbst.

Und dann lese ich vielleicht noch ein bißchen was über die Hl. Hedwig. Ich hab so ein entzückendes, uraltes Buch vom Flohmarkt, was vor vielen Jahrzehnten mal ein Bub zur ersten hl. Kommunion geschenkt bekam… Zu jedem Tag gibts nen Heiligen. Und ich hab noch einen Roman über die hl. Hedwig, da könnte ich auch nochmal reinschauen.

Schlaflos in Münster…und ein Plan

Wenn ich aufgrund der im vorigen Artikel angesprochenen Medikamente mitten in der Nacht aufwache und partout nicht mehr schlafen kann, kann ich auch was vernünftiges machen, statt wachzuliegen und mich zu ärgern. Vielleicht schlafe ich dannach sogar nochmal ein.

Also, was ich schon gestern gemacht habe: neues Blogdesign gewählt. Gefällt mir, ist so schön gradlinig. Das alte hat mir eigentlich auch gefallen, aber ich wollte mal was neues probieren. Problem: Der Header scheint ein bißchen kleiner zu sein, jedenfalls fiel mir da zu viel vom Headerbild weg (das war dieses schöne Bild von Nesterov, das die Verkündigung zeigt, mit viel blau- sowohl Marias Gewand als auch die Flügel des Engels). Also hab ich ein neues Headerbild gesucht und mit Fra Angelico auch gefunden.

 

So. Und wie ich mich jetzt schlaflos auf meinem Lager wälzte, bevor ich beschloß, dann halt wirklich in den wachen Betriebsmodus zu wechseln, habe ich folgendes beschlossen:  grundsätzlich wollte ich mir mal angewöhnen, jeden Tag sowohl in der Hl. Schrift, besonders die Evangelien, zu lesen, als auch andere geistliche Lektüre.  So in etwa eine Viertelstunde am Tag, plus, wegen der „höheren Dichte“, ein paar Minuten aus dem Neuen Testament.

Während ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob ich dafür einfach das Evangelium vom Tage nehme, was sich ja irgendwie anbietet, oder einem wie auch immer gearteten Alternativplan folge, hab ich ein Langzeitprojekt für die geistliche Lektüre gefunden. Versuche, das in einem Rutsch zu lesen, sind bisher immer gescheitert, und das ist schade. Der Plan ist: jeden Tag eine der Mittwochskatechesen von Johannes Paul II zu lesen, die sich mit der Theologie des Leibes beschäftigen. Womöglich mit Abweichungen an Sonntagen, hohen Festen oder in den besonders geprägten Zeiten, aber das wird  sich zeigen. Ich glaube, für den Anfang bleibts bei täglich außer am Sonntag, dafür suche ich mir was anderes, um ein bißchen Abwechslung zu haben und das Hirn mal auslüften zu können. Ich habe die Katechesen auf Englisch, aber egal in welcher Sprache- das ist ganz schön anspruchsvoll. Hmm. Eventuell noch Freitag als Ausnahmetag, werd ich nachher mal sehen. Ich hoffe ja doch noch auf ein paar Stunden Schlaf. Die Medikamente zeigen ihre Nebenwirkungen. Immerhin fängt das Zeug auch an zu wirken. Antriebssteigerung definitiv in ersten Ansätzen vorhanden, Stimmungsaufhellung noch nicht so.  Bitte weiterhin um Euer Gebet.

Express-Messen und schlechte Musik

Gestern, am 27. Sonntag im Jahreskreis, hatte ich eigentlich vor, zur Abwechslung mal die Messe im außerordentlichen Ritus zu besuchen. Der außerordentliche Ritus fasziniert mich, aber so richtig zu Hause fühle ich mich da noch nicht. Wie auch, wenn ich erst 3 oder 4 Messen im außerordentlichen Ritus besucht hab. Diese Messe ist hier ziemlich früh (früh für studentische Verhältnisse), und irgendwie hab ich es dann nicht rechtzeitig aus dem Bett geschafft. Die benachbarte Gemeinde, die sowieso zu liturgischen Extravaganzen neigt, hatte gestern ihre Familienmesse, da bringen mich keine zehn Pferde hin, es sei denn, es gibt sonst gar keine Messe; also blieb noch das Abendprogramm. Ich hab dann noch, nach Tagen zu Hause wegen Krankheit, nen schönen Spaziergang am Seeufer gemacht, mich ins Gras gesetzt und da gebetet, hab mein Rad abgeholt, was weiter stadteinwärts stand, bin zu Starbucks und hab ein Stück Apfelkuchen gegessen und nen Kaffee getrunken und ein wahnsinnig dickes Buch über das 19. Jahrhundert angefangen . Dann bin ich in aller Ruhe zur Kirche, so, daß ich nicht erst auf den letzten Drücker eintreffe.  Ich glaube, diese ganze Tagesplanung ist wesentlich mitverantwortlich für das folgende Disaster. Ich war noch irgendwie eingestellt auf den  außerordentlichen Ritus, auf Ruhe, auf Sonntag, und dann empfand ich die Messe als wahnsinnig gehetzt.

Die Messe war in einer Innenstadtgemeinde, wo man im wesentlichen die Messe so feiert, wie sie gefeiert werden soll (wobei sich mir nicht ganz erschließt, wieso man unbedingt zwei Leute außer dem Priester braucht, um die Kommunion auszuteilen, und ich meine, die sollten eigentlich erst dann an den Altar, wenn der Priester kommuniziert hat).

Aber: wieso kann man nicht mal wenigstens 10 Sekunden Ruhe zulassen, bevor es weitergeht? Man ist die ganze Zeit hektisch am Blättern, kaum ist der letzte Ton eines Liedes verklungen, er hallt noch nach, gehts vorne schon wieder weiter, kaum ist die Lesung vorbei, wird wieder geblättert. Es kann doch nicht so schwer sein, das ganze ein bißchen, nein, nicht nur entspannter, sondern dadurch auch würdiger zu gestalten. Das ist in der Messe gar nicht extremer gewesen als in den meisten anderen Messen im ordentlichen Ritus auch (im außerordentlichen muss der Priester glaube ich manchmal in einem ziemlichen Tempo durch die Gebete hetzen, aber wenigstens betrifft mich das nicht, und von mir aus könnten sich die Priester ruhig mehr Zeit lassen), es ist mir nur gestern viel stärker als sonst aufgefallen. Man kommt gar nicht dazu, wenigstens mal kurz zu beten. Über etwas nachzudenken. Zur Ruhe zu kommen. Es ist die ganze Zeit Aktion und Geräusch.

Nichtmal wenn man gerade etwas singt, weil (und das war gestern dann doch extrem) fast alle zu singenden Stücke irgendwelche modernen Kompositionen aus dem Gotteslob waren (wobei ich festgestellt hab, daß man offenbar auch schon in den 40er und 50er Jahren grausige Kirchenmusik produziert hat), die musikalisch Versierte womöglich korrekt singen können, die aber definitiv nicht dem in West-,Mittel- und Osteuropa üblichen musikalischen Empfinden entsprechen. Das heißt, die meisten Leute kommen mit der merkwürdigen Rhythmik nicht klar und auch mit der Melodieführung nicht. Ich auch nicht, und dabei war ich auf einer musikbetonten Schule. Ich kann zwar nicht singen, aber normalerweise hab ich ein ganz gutes Gespür dafür, wie eine Melodie weitergehen könnte und wie eher nicht. Das hilft einem bei barocken Kirchenliedern, bei Kirchenliedern aus dem 19. Jahrhundert, bei schlesischen Marienliedern; das hilft einem bei amerikanischer Marschmusik, bei den meisten Songs aus dem Bereich Chartsgedudel und erstaunlich oft sogar bei eher experimenteller Musik. Aber nicht bei ziemlich vielen Liedern aus dem Gotteslob. Keine Chance. Wenn ich mir so anhöre, wie das klingt, wenn ein fähiger Vorsänger das vorsingt, muss ich sagen, es klingt schon unschön, wenn es korrekt gesungen wird. Von einer Gemeinde, die das Zeug dann singen soll, gibts dann nicht mal was nur gemässigt unschönes zu hören, sondern etwas furchtbares. Musikalische Folter. Eine Kakophonie. Man ist die ganze Zeit beschäftigt, herauszufinden, wie das jetzt rhythmisch und melodisch gedacht ist, und kommt bis zum bitteren Ende nicht darauf.

Ich bin ja nun erst seit ein paar Jahren katholisch. Keine Ahnung, seit wann sowas im Gotteslob steht. Aber ich finde es schon auffällig, daß ich bisher KEINE Gemeinde erlebt hab, die mit diesem 40er,50er, 60er und 70er Jahre- Kram gut zurecht kommt (gut, bei den 70er Jahre Sachen gibt es Lieder, die gesanglich durchaus ok sind, aber vom Text her so flach…lassen wir das).  Und trotzdem gibt es ganze Messen, die nur mit diesen Liedern bestritten werden. Wo selbst das Kyrie, das Gloria, das Agnus Dei äußerst schräg klingen, weil niemand das singen kann- und es auch einfach schräg komponiert ist. Selbst unbekanntere, ältere Lieder funktionieren aber. Die klingen selbst dann noch gut, wenn ein paar Herren oder Damen hinter einem eine Punktierung grundsätzlich ignorieren.

Kann es denn so schwer sein, einfach Lieder auszusuchen, die 1. gut singbar sind, 2. gut klingen, 3. wenigstens etwas textlichen Tiefgang haben und 4. auf übermässig expressives Orgelspiel zu verzichten (es wäre manchmal schon viel gewonnen, wenn der Organist das Lied, um die Singenden zu unterstützen, einfach begleiten würde, ohne Schnickschnack)? Wäre es wirklich so dramatisch, mal auszumisten, von den neueren Sachen die zu behalten, die sich bewährt haben (gibts ja durchaus! ) ?

Wäre es wirklich so schlimm, wenn die Messe ein paar Minuten länger dauert, weil man zwischendurch auch mal Luft holen darf, mal, wenigstens für ein paar Sekunden, Ruhe hat, beten kann?

Wäre es ein Weltuntergang, wenn nicht 3 oder 4 Leute die Kommunion austeilen, nur damit es schneller geht, sondern das vielleicht einfach der Priester macht? Das hat dann nämlich den Vorteil, daß man nach der Kommunion auch wirklich Zeit hat, zu beten. Es hat schon vorher den Vorteil, daß man nicht zur Kommunion RENNT. Man weiß dann, daß es ein bißchen dauert. Im Moment sieht es öfter so aus, als würde es da gratis Wurstsemmeln geben, und man holt sich noch schnell eine, bevor man raussprintet, weil man sonst den Bus verpasst. Ich finde dieses Gehetze unwürdig. Wir begegnen da dem Herrn.  Da sollten ein paar Momente der Stille doch drin sein.

Heiliger des Tages: hl. Josemaría Escrivá de Balaguer y Albas

Mein Verhältnis zu den Heiligen ist zur Zeit (noch) so, daß ich sie sehr selten um ihre Fürsprache anrufe, aber einige mir Vorbild sind (und manche sind auch einfach nur total coole Leute, ohne daß ich jetzt direkt sehe, was ich da in meiner Situation nachahmen könnte oder sollte- von dem Streben nach Heiligkeit mal abgesehen). Ich hab halt einige Lieblingsheilige. Die hl. Katharina von Alexandria, klar, den hl. Franz von Sales und noch einige mehr. Und: am 26. Juni gedenken wir des hl. Josemaría, dem Gründer des Opus Dei, der zu dem Kreis meiner Lieblingsheiligen gehört. Seine Betonung der Gotteskindschaft, der Wichtigkeit des Strebens nach Heiligkeit für Christen jeden Standes gefallen mir. Und wenn man sich Filmaufnahmen von ihm ansieht, gewinne zumindest ich den Eindruck, es da mit einem vielleicht nicht ganz einfachen, aber auf jeden Fall sehr liebenswürdigen und herzlichen Mann zu tun zu haben. Klar, manches in seinen Schriften wirkt auf uns heute erstmal sehr, sehr schroff. Mir hat ein Mitforant von katholon dazu mal gesagt, ihm würde helfen, daran zu denken, daß der hl. Josemariá ein junger spanischer Mann war, als er den Weg verfasst hat. Also entsprechend temperamentvoll geschrieben, das ganze.

Und ich glaube, daß er und der hl. Franz von Sales sich prima verstanden hätten- die salesianische Spiritualität und die des Opus Dei unterscheiden sich zwar durchaus, aber ich stelle doch regelmässig Ähnlichkeiten, die über das bloße „sind halt verschiedene Spielarten des Katholizismus“ hinausgehen, fest.

Ich könnte jetzt hier eine zusammenfassende Biographie hinschreiben. Oder was über das Opus Dei schreiben. Aber, ganz ehrlich, dafür bin ich gerade viel zu müde. Und andere haben das schon viel, viel besser gemacht. Es gibt also ein paar Links, und ein schönes Bild vom hl. Josemaría (sowieso toll, daß es jetzt Heilige gibt, von denen wir Fotos und Filmaufnahmen haben!)

Hier gibts eine sehr informative und wie ich finde schön gestaltete Seite über den hl. Josemaría: http://www.de.josemariaescriva.info/rubrik/heiligen-josemaria

Hier eine ebenfalls sehr gute Seite, wo man seine Schriften lesen, ausdrucken, sich auf den Palm laden oder speichern kann. Tipp: die Aphorismen für später aufheben und mit Freunde Gottes oder Christus begegnen anfangen! Übrigens ist auch diese Seite mehrsprachig: http://de.escrivaworks.org

Wer Englisch kann, könnte mal von Scott Hahn (ja, DER Scott Hahn) „Ordinary Work, Extraordinary Grace“ lesen. Die Biographie von Peter Berglar ist auch sehr empfehlenswert.

Und natürlich gibts auch noch ein Foto.

Foto des hl. Josemaría. Dieses Foto wurde auch für das offizielle Gebetskärtchen anlässlich seiner Heiligsprechung im Jahr 2002 verwendet. Von Papst Johannes Paul II. wurde er als der "Heilige des Alltäglichen" bezeichnet. Foto gefunden bei wikicommons, unter GNU-Lizenz.