Pong- Guilty Pleasures

Die Gnade der späten Geburt kann zum Problem werden, wenn es um 80er-Ping Pong geht, mit dem Problem schlage ich mich aber nicht alleine rum. Das hatte auch  Yon, deren Pong sich aber dennoch sehen und hören lassen kann, nämlich hier und da. Aber, wenn der Herr Alipius Ping Pong spielen will: hier, bitte, besser spät als nie mein Beitrag.

Guilty Pleasure- kein Problem, damit könnte ich nen kompletten Blog füllen. Aber in den 80ern war ich im Kindergarten, 89′ wurde ich eingeschult. Ich hab schon vor dem Kindergartenalter gelernt, den elterlichen Plattenspieler zu bedienen. Favoriten waren „Der Bielefelder Chor singt Kinderlieder“, irgendeine Platte mit Weihnachtsliedern (auf dem Cover: ein Mädchen in einem quietschblauen Kleidchen sitzt auf dem Schoß des Weihnachtsmannes. Das könnte man so heute glaub ich gar nicht mehr machen), und die Dreigroschenoper . Es konnte niemand ahnen, daß ich die auswendig lernen und ausgerechnet die  expliziteren Stücke daraus im Dorfkindergarten singen würde. Mittlerweile kann ich mit Brecht übrigens nicht mehr allzu viel anfangen, also eigentlich gar nichts, und als ich klein war, fand ich auch eigentlich nur die Moritat von Mackie Messer, den Kanonensong, die Seeräuber-Jenny und das Hochzeitslied für ärmere Leute toll. Also- interessant-bizarr-toll. Davon abgesehen hörte ich Biene Maja, Bibi Blocksberg (nur die Folgen, in denen Benjamin Blümchen nicht vorkam, den fand ich doof), ein paar Kinderkassetten und von der Ostverwandschaft geschickte DDR-Kinderplatten. Schlapps und Schlumbo zum Beispiel. Ach ja. Und die Beatles.

Dann kam 89′ und die Schule, mein musikalischer Horizont erweiterte sich um Connie Francis, Caterina Valente und Oldies. Ahem.

Bizarrerweise hat mir eine Freundin damals eine Kassette von den Flippers geschenkt, die hab ich aber höchstens 30 Sekunden lang gehört und dann für musikalisch-ästhetischen Sondermüll befunden.  Meine musikalische Welt wurde davon also nicht wirklich berührt- sie wurde allerdings durch den Umzug gen Osten in der vierten Klasse völlig aus den Angeln gehoben.

In der neuen Klasse waren die Leute irgendwie anders. Weniger Kind. Und plötzlich gab es Schuldisko und Eurodance. Wir sind jetzt schon Anfang/Mitte der 90er.

Whigfields „Saturday Night“ fanden wir klasse (da waren wir wohl nicht die Einzigen, wenn man auf St. Dymphnas Gedankenwelt nachliest…) , Twenty 4 Seven auch, Rednex‘  „Cotton Eye Joe“  war ein Riesenhit, und ich mochte sogar DJ Bobo. Manchmal schleiche ich auf youtube in finsteren Ecken herum und höre so Zeug, manchmal tanze ich sogar dazu. Und ich gestehe, daß ich unheimlich Lust hätte, mal auf eine 90er-Party zu gehen. Exemplarisch für die Absonderlichkeiten, die ich damals so gehört habe: hier sind Twenty 4 Seven mit „Is it love“.

Immerhin: als ich mir diese und andere CDs und MCs aus der Stadtbibliothek bei meiner Oma ausgeliehen und auf dem Doppelkassettendeck meiner Großeltern massenweise von CD auf Kassette oder von Kassette auf Kassette Musik überspielt habe, da war nicht nur Gruselkram wie Twenty 4 Seven dabei, sondern auch Björk.

Ah, jetzt fällt mir doch noch was ein, was ich gerne gehört habe, was ich immer noch mag, und mir vermutlich irgendwie peinlich sein müsste, und es ist sogar aus den 80ern.  The Bangles: „Eternal Flame“.

Blondie oder Kate Bush sind mir nicht peinlich. Deine Lakaien auch nicht. Aktuellere guilty pleasures fallen mir auch gerade nicht ein. Ich höre übrigens auch nicht- grauenhafte und zuweilen sogar richtig gute Musik. Aber nach der war ja nicht gefragt.

Ah, und noch was für die internationale Verständigung. Was aus Japan. Mir wurde aus sehr zuverlässiger Quelle berichtet, daß Japaner wirklich so verrückt sind, wie man hier oft denkt.  Immerhin produzieren sie sowas:  Happa-tai/ Green leafes mit Yatta. Die Qualität ist grauenhaft, aber dafür ist es ein Video mit Untertiteln. Wer Probleme mit spärlichst bekleideten japanischen Männern hat, sollte wegsehen 😉 

Ich finde es wunderbar selbstironisch. Leute, die sich selbst auf die Schippe nehmen können, sind mir sympathisch.

4 Antworten zu “Pong- Guilty Pleasures

  1. Eurotrash fand ich damals glaub ich relativ schlimm, weil, ACHTUNG: ich damals Kelly Family gehört hab (ein Umstand, den ich bis gerade eben verdrängt hatte!) und danach Bon Jovi. Jetzt sieht das alles ganz anders aus.
    Eternal Flame muss einem ü-ber-haupt-nicht peinlich sein! Jedenfalls nicht von den Bangles. Ich hab das in der All-Saints-Version liebengelernt, das ist nochmal ne andere Nummer.
    Aber irgendwie steht damit fest, dass wir mal auf ne 90er-Party gehen sollten… 😉

  2. Au ja! Und dann schreiben wir nen Blogartikel drüber! Das tolle ist, daß wir damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Wir schwelgen in Jugendsünden respektive Erinnerungen, und gehen tanzen! Yay!

    Jetzt müssen wir nur hoffen, daß es in Münster 90er-Parties gibt. Auch wenn nicht, getanzt wird trotzdem!

  3. Wahrscheinlich müssen wir uns dazu in irgendeine Ü30-Party schmuggeln. Irgendwie wird das schon gehn. YATTA!

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