Köln-Bonn-Byzanz

Am Wochenende habe ich mit einer Bekannten/Freundin zusammen einen kleinen Ausflug unternommen. Samstag gings nach Köln, erst zu einem Vortrag übers Hirntodkriterium (hat für mich nochmal ein paar Dinge geklärt).  Der Vortrag war vor allem deshalb so interessant, weil er von einem Priester gehalten wurde, der früher Neuropathologe war- also ein Fachmann nicht nur was die medizinischen Aspekte betrifft. Das ganze fand übrigens im Conference Center des Campus Müngersdorf statt- sehr schön. Wenn ich in Köln studieren würde und nicht den Miezekater hätte, dann wüsste ich aber, wo ich während des Studiums wohnen will!

Anschließend haben wir einen kleinen Stadtbummel unternommen, inklusive Eis essen, am Rheinufer sitzen und zwei schöne Kirchen anschauen (besonders schön: St. Maria im Kapitol; auf der Seite hab ich leider keine Fotos entdecken können. Es gibt in dieser Kirche eine Darstellung der hl. Maria mit Kind, vor der immer mindestens ein Apfel liegt (bißchen versteckt- wenn man eine Maria mit Kind, aber ohne Apfel sieht, weitersuchen!), weil ein Junge auf dem Weg zur Schule immer vorbeikam und einen Apfel vorbeibrachte, den er der Gottesmutter hinlegte, als Geschenk fürs Jesuskind. Eines Tages soll Maria sich ihm zugeneigt und den Apfel tatsächlich genommen haben (nach anderen Versionen hat sie ihm zum Dank zugelächelt). Der Junge wurde übrigens Prämonstratenser, Mystiker und Heiliger und hieß Hermann Joseph.

Dann gings wieder zurück zum Campus Müngersdorf, wo wir auch übernachten konnten- aber vorher gabs noch Abendessen, eucharistischen Segen und den Grand Prix (während draußen die letzten Leute aus dem Stadion Müngersdorf vom Pink-Konzert kamen) haben wir dann auch noch geschaut. Sonntag gabs Frühstück, eine Betrachtung (passend zum Dreifaltigkeitssonntag natürlich) und die hl. Messe, dann noch schnell ein Lunchpaket gepackt und los zum Bahnhof. Da wir in Bonn aufgrund des Wetters doch lieber mit der U-Bahn gefahren sind statt zu laufen, hab ich von der Stadt wieder fast nichts gesehen, aber wir waren ja auch wegen der Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland da: Byzanz- Pracht und Alltag.

Die Ausstellung läuft noch bis 13. Juni und ist auf jeden Fall empfehlenswert. Am Wochenende wars natürlich recht voll, der Rundgang hätte besser ausgeschildert sein können und manchmal waren die Exponate etwas wirr beschriftet, aber insgesamt bekommt man einen sehr schönen Überblick darüber, wie hochentwickelt Byzanz war, etwa wenn man die feinen Byzantiner Seiden sieht, sich anschaut, wie Städte aufgebaut waren oder den Schmuck betrachtet. Man bekommt aber auch einen schönen Einblick in den Alltag und kann sich Öllämpchen und Gürtelschnallen anschauen oder etwas über Pilgerfahrten lernen- die waren damals schon ziemlich mobil, die Leute. Die Ausstellung wird ihrem Titel jedenfalls gerecht und ist empfehlenswert.

Nach der Ausstellung ist man dann aber auch ziemlich geschafft, sie ist ja schon recht umfangreich. Die Preise sind allerdings durchaus zivil, und nach nem Kaffee und nem Happen zu Essen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Da noch eine Bekannte aus Münster dazugestoßen ist, fand die Rückfahrt im Auto statt, inklusive Rosenkranz beten (damit hatte ich immer Schwierigkeiten. Gelernt hab ichs wirklich auf den diversen etwas längeren Autofahrten in letzter Zeit).

War ein schönes Wochenende! Und, wer die Möglichkeit hat, bis 13. noch in die Ausstellung zu gehen- es lohnt sich wirklich. Ermässigt kostet der Spaß 5 Euro, regulär 8 Euro (das finde ich dann allerdings doch recht viel), aber es gibt ein Happy Hour-Ticket, jeweils zwei Stunden vor Schluß kommt man für 5 Euro rein, auch wenn man sonst keinen Anspruch auf Ermässigung hat. Zwei Stunden für die Ausstellung ist knapp, aber wenns nicht zu  voll ist machbar.

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