Tagesarchiv: Juni 1, 2010

Hiobsbotschaft- Schließung von Hochschulgemeinden

Meistens ist facebook ein Zeitfresser. Facebook ist aber auch eine gute Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben. Und facebook kann eine sehr schnelle Nachrichtenverbreitungsmethode sein.

Über das facebook-Profil eines von mir sehr geschätzten Priesters habe ich gerade erfahren müssen, daß das Bistum Trier alle Katholischen Hochschulgemeinden schließen wird. Alle, das heißt auch die KHG „Hl. Edith Stein“ in Saarbrücken, die mir, neben dem Kloster am Rande der Stadt, in meiner Saarbrücker Zeit, sehr wichtig wurde.  Ich durfte dort wunderbare Menschen kennenlernen, die hl. Messe mitfeiern, und das ganze in einer wunderschönen Kapelle und auch sonst tollen Räumlichkeiten. Vor allem aber lebt die KHG von ihren Mitarbeitern, die alles organisiert haben, zum Teil noch weit in die Abendstunden hinein anwesend und ansprechbar waren. Und am wichtigsten: in der KHG Saarbrücken gibt es einen fantastischen Priester, dem man deutlich anmerkt, daß er wirklich für den Herrn „brennt“.  Diesem Priester verdanke ich sehr viel, auch wenn ich ihm das nie gesagt habe.

Ich gehe davon aus, daß man das so oder ähnlich auch von den anderen Hochschulgemeinden sagen könnte.

Und all das soll jetzt wegfallen, in einem kurzsichtigen Versuch, den Bistumshaushalt zu sanieren.

Hochschulgemeinden zu schließen ist, mit Verlaub, eine katatrophale Idee, um Geld zu sparen. Kurzsichtig, mindestens.

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Kleid statt Jeans

…nein, ich gehöre nicht zu denen, die Hosen an Frauen per se unangemessen finden. Ich trage sowohl Hosen als auch Röcke oder Kleider. Manchmal auch Hosen und Rock/Kleid gleichzeitig.

Aber: heute ist „Wear a Dress Day“. Also, auch wenn Hosen sonst praktisch und/oder schön sind, gibts doch einige, die heute mal bewusst ein Kleid tragen.  Ich hüpf jetzt unter die Dusche und geh dann einkaufen. In meinem schönen neuen roten Kleid.

Köln-Bonn-Byzanz

Am Wochenende habe ich mit einer Bekannten/Freundin zusammen einen kleinen Ausflug unternommen. Samstag gings nach Köln, erst zu einem Vortrag übers Hirntodkriterium (hat für mich nochmal ein paar Dinge geklärt).  Der Vortrag war vor allem deshalb so interessant, weil er von einem Priester gehalten wurde, der früher Neuropathologe war- also ein Fachmann nicht nur was die medizinischen Aspekte betrifft. Das ganze fand übrigens im Conference Center des Campus Müngersdorf statt- sehr schön. Wenn ich in Köln studieren würde und nicht den Miezekater hätte, dann wüsste ich aber, wo ich während des Studiums wohnen will!

Anschließend haben wir einen kleinen Stadtbummel unternommen, inklusive Eis essen, am Rheinufer sitzen und zwei schöne Kirchen anschauen (besonders schön: St. Maria im Kapitol; auf der Seite hab ich leider keine Fotos entdecken können. Es gibt in dieser Kirche eine Darstellung der hl. Maria mit Kind, vor der immer mindestens ein Apfel liegt (bißchen versteckt- wenn man eine Maria mit Kind, aber ohne Apfel sieht, weitersuchen!), weil ein Junge auf dem Weg zur Schule immer vorbeikam und einen Apfel vorbeibrachte, den er der Gottesmutter hinlegte, als Geschenk fürs Jesuskind. Eines Tages soll Maria sich ihm zugeneigt und den Apfel tatsächlich genommen haben (nach anderen Versionen hat sie ihm zum Dank zugelächelt). Der Junge wurde übrigens Prämonstratenser, Mystiker und Heiliger und hieß Hermann Joseph.

Dann gings wieder zurück zum Campus Müngersdorf, wo wir auch übernachten konnten- aber vorher gabs noch Abendessen, eucharistischen Segen und den Grand Prix (während draußen die letzten Leute aus dem Stadion Müngersdorf vom Pink-Konzert kamen) haben wir dann auch noch geschaut. Sonntag gabs Frühstück, eine Betrachtung (passend zum Dreifaltigkeitssonntag natürlich) und die hl. Messe, dann noch schnell ein Lunchpaket gepackt und los zum Bahnhof. Da wir in Bonn aufgrund des Wetters doch lieber mit der U-Bahn gefahren sind statt zu laufen, hab ich von der Stadt wieder fast nichts gesehen, aber wir waren ja auch wegen der Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland da: Byzanz- Pracht und Alltag.

Die Ausstellung läuft noch bis 13. Juni und ist auf jeden Fall empfehlenswert. Am Wochenende wars natürlich recht voll, der Rundgang hätte besser ausgeschildert sein können und manchmal waren die Exponate etwas wirr beschriftet, aber insgesamt bekommt man einen sehr schönen Überblick darüber, wie hochentwickelt Byzanz war, etwa wenn man die feinen Byzantiner Seiden sieht, sich anschaut, wie Städte aufgebaut waren oder den Schmuck betrachtet. Man bekommt aber auch einen schönen Einblick in den Alltag und kann sich Öllämpchen und Gürtelschnallen anschauen oder etwas über Pilgerfahrten lernen- die waren damals schon ziemlich mobil, die Leute. Die Ausstellung wird ihrem Titel jedenfalls gerecht und ist empfehlenswert.

Nach der Ausstellung ist man dann aber auch ziemlich geschafft, sie ist ja schon recht umfangreich. Die Preise sind allerdings durchaus zivil, und nach nem Kaffee und nem Happen zu Essen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Da noch eine Bekannte aus Münster dazugestoßen ist, fand die Rückfahrt im Auto statt, inklusive Rosenkranz beten (damit hatte ich immer Schwierigkeiten. Gelernt hab ichs wirklich auf den diversen etwas längeren Autofahrten in letzter Zeit).

War ein schönes Wochenende! Und, wer die Möglichkeit hat, bis 13. noch in die Ausstellung zu gehen- es lohnt sich wirklich. Ermässigt kostet der Spaß 5 Euro, regulär 8 Euro (das finde ich dann allerdings doch recht viel), aber es gibt ein Happy Hour-Ticket, jeweils zwei Stunden vor Schluß kommt man für 5 Euro rein, auch wenn man sonst keinen Anspruch auf Ermässigung hat. Zwei Stunden für die Ausstellung ist knapp, aber wenns nicht zu  voll ist machbar.

So viele Neuigkeiten…

Gestern, am frühen Abend, war ich in der Messe, nachdem ich den größten Teil des Tages an der Uni und in der Stadt zugebracht habe. Durch die Fürbitten habe ich dann von zwei Neuigkeiten erfahren:

1. das Bistum Münster hat drei neue Weihbischöfe:  Dieter Geerlings (62) und Christoph Hegge (47; beides Domkapitulare) und  Wilfried Theising (47;  Propst und Kreisdechant  aus Borken). Das ist natürlich eine gute Nachricht! Den neu ernannten Weihbischöfen wünsche ich alles Gute und vor allem Gottes Segen!

Ok, kleiner Wermutstropfen: Domkapitular Hegge leitet unsere Weggemeinschaft- da ist jetzt natürlich die Frage, ob er das zukünftig noch machen kann, oder ob er als Regionalbischof für Borken-Steinfurt nicht schon mehr als genug zu tun hat. Wir werden sehen. Jedenfalls bin ich sicher, daß er, wenn er sich nicht selbst weiter um uns kümmern kann, sich um adäquaten Ersatz bemühen wird.

2. Muss ich mir Sorgen machen, wenn ich vom Rücktritt des Bundespräsidenten erst durch die Fürbitten der Abendmesse erfahre?

Lustig: es gibt schon Leute, die Margot Käßmann vorschlagen. Weniger lustig: es würde mich nicht mal wundern, wenns so käme, so weit sind wir schon. Wenn wir sonst keine besseren Kandidaten haben, ist das eine ziemlich offensichtliche Bankrotterklärung.

Wieso es hier in der letzten Woche nix neues gab? Erst hatte ich zu tun, dann war ich übers Wochenende weg, und dann ging mein Internet nicht mehr. Jetzt gehts wieder, seit ca 20 Minuten (allerdings nur mit Kabel, und ich hatte mich schon so ans WLAN gewöhnt) , und jetzt gehts hier auch wieder weiter!

Und wo war ich am Wochenende? Das verdient einen eigenen Beitrag!